Ausführliches Review zum Celestron NexStar 130 SLT

Wenn Sie auf der Suche nach einem qualitativ soliden Einsteiger-Teleskop sind, das darüber hinaus Ihren Lieblingsstern bequem via Motor ansteuert, ist das NexStar 130 SLT eine gute Wahl.

Das Celestron NexStar 130 SLT 130/650 Newton-Spiegelteleskop (Amazon.de) passt zu Ihnen, wenn die folgenden Punkte zutreffen:

  • Sie wollen automatisch Objekte ansteuern anstatt manuell
  • Sie suchen ein Teleskop für ambitionierte Einsteiger
  • Sie planen mit einem mittleren bis hohen Budget
  • Ihr Teleskop soll eine gute optische Qualität aufweisen

Eckdaten des Celestron NexStar 130 SLT

  • Bauart: Newton Reflektor
  • Montierung: azimutal, motorisiert
  • Öffnung: 130 mm (5 Zoll)
  • Öffnungsverhältnis: f/5
  • Brennweite: 650 mm
  • Okularauszug: 2 Zoll mit Reduzierstück auf 1,25 Zoll
  • Okulare: 25 mm (26x) und 9 mm (72x)
  • Maximal sinnvolle Vergrößerung: 260-fach
  • Lichtsammelvermögen: 345x relativ zum Auge
  • Tubus-Länge: 53 cm
  • Stativ: Stahlrohr, vormontiert
  • Teleskop Gewicht: 8,2 kg
  • Gesamtgewicht inkl. Verpackung: 14 kg
  • Modellnummer: 821770

Lieferumfang des Celestron NexStar 130 SLT:

  • Newton-Teleskop auf azimutaler Montierung und Dreibein-Stativ
  • NexStar Computersteuerung
  • Okulare: 25 mm (26x) und 9 mm (72x)
  • Leuchtpunkt-Sucher zum Auffinden von Objekten
  • Software: The Sky X & NSOL
  • Ausführliche, deutsche Anleitung inklusive 82 seitiges Buch „Erste Schritte mit einem Celestron-Teleskop“

Vor- und Nachteile des NexStar 130 SLT

  • Vorteile:
  • Sehr gutes Preis-/ Leistungsverhältnis
  • Relativ leichter Aufbau
  • Qualität der Optik hervorragend
  • Zusätzliches Zubehör erlaubt spürbare Verbesserung
  • Gut geeignet für ambitionierte Beobachter
  • Nachteile:
  • Kleiner Bereich direkt um den Zenit nicht ansteuerbar
  • Batterien nötig oder zusätzliche Anschaffung von externer Stromquelle

Eigenschaften und Besonderheiten

Go-To System: Das 130 SLT verfügt über eine azimutale Montierung inklusive Go-To Steuerung. Go-To Systeme spalten seit jeher ein wenig die Astro-Community, zumindest wenn es um Empfehlungen für Einsteiger geht. Schließlich ist etwa an dem Punkt, man solle erstmal manuell Objekte ansteuern lernen, durchaus etwas dran.

Tatsache ist, dass günstige Go-To Systeme nicht gerade leicht zu konfigurieren waren. Damit ist heutzutage Schluss – wie das 130 SLT eindeutig beweist. Das simple Ausrichtverfahren von Celestron nennt sich SkyAlign, das eine recht komfortable Menüführung und einfaches Setup ermöglicht.

Die Datenbank ist mit 4.000 Objekten gefüllt, die es zu identifizieren gilt. Anzumerken ist dabei, dass einige der Objekte in mehreren Listen vorkommen. Die Steuersoftware und Motorsteuerung können Sie via Internet stets aktualisieren.

Das Setup durch die Handsteuerbox funktioniert in etwa wie in dem Video unten – also alles kein Hexenwerk.

Das Schwenken realisiert das Teleskop übrigens über ein Batteriefach an der Basis, in das Sie 8 mal 1,5 V AA Batterien einsetzen. Das macht das Teleskop zwar einerseits lange Zeit „freier“ einsetzbar, ohne Kabelsalat beim Schwenken. Andererseits erhöht es das Gewicht auch ein wenig. Es gibt jedoch auch einen Anschluss, um die 12 Volt durch externe Batterien, Netzteile usw. zu liefern. 

Durch die Länge des Tubus in Kombination mit der azimutalen Montierung war es klar, dass ein kleiner Bereich rund um den Zenit (direkt über Kopf) nicht vom Computer ansteuerbar sein würde. Das heißt auch, dass die Steuerung erst gar nicht versuchen wird, solche Bereiche als Eingabe zu akzeptieren – aus Sicherheitsgründen für die Bauteile. Diese Höhen-Limitierung ist im Computer mit 65 Grad verankert. Für unseren Geschmack ein wenig konservativ. Das ist jedoch eher Jammern auf hohem Niveau.

Montierung und Stativ: Die azimutale Montierung ist von solidem Standard und verspricht genügend Tragkraft, etwa 5 kg. Es handelt sich dabei um eine einfache Gabel-Montierung. 

Tipp zur Dämpfung von kleinsten Vibrationen: Aufgrund der Tatsache, dass es sich nicht um eine zweifache Gabel-Montierung handelt, sollte man entweder auf weicherem, dämpfenden Boden beobachten oder Dämpfungspads (Schwingungsdämpfer) kaufen. Vermeiden Sie in ersterem Falle also Beton oder Steinboden.

Dies ist jedoch kein Teleskop, an dem Sie eine große und schwere Kamera für die Astrofotografie anbringen wollen – abgesehen davon, dass die azimutale Montierung generell für die Fotografie ungeeignet ist. Dafür sollten Sie sich lieber ein Teleskop mit parallaktischer Montierung holen.

Das Stativ als ein Dreibein-Stahlrohr, das vormontiert wurde, ist ebenfalls akzeptabel. Es ist jedoch immer noch ziemlich leicht, was sich negativ auf Schwingungen auswirken kann. Bei Alu-Dreibeinen haben wir immer empfohlen, diese mit Sand zu füllen, um dem entgegenzuwirken. Bei diesem Modell wäre die Lösung einfacher:

Kleiner Tipp von uns: Ein kleiner Sandsack auf der unteren Ablage des Dreibeins gibt noch zusätzliche Stabilität und reduziert kleinste Schwingungen!

Optik: Sie bekommen mit dem 130 SLT ein Newton Spiegelteleskop, das über eine Öffnung von 5 Zoll (130 mm) bei 650 mm Brennweite verfügt. Das Öffnungsverhältnis ist also f/5, was es gewissermaßen zu einem Allrounder machen kann. Es weist eine vergütete Aluminiumverspiegelung des Reflektors auf.

Die maximal sinnvolle Vergrößerung beträgt höchstens 306-fach, das Lichtsammelvermögen das 345-fache relativ zum Auge.

Großzügig war Celestron auch beim Okularauszug: Diesen gibt es beim 130 SLT in der 2-Zoll Variante (für die beigefügten 2 Zoll-Okulare), aber zusätzlich wurde ein 1,25 Zoll Reduzierstück für 1,25 Zoll Okulare beigelegt.

Die Güte von Okularen im Lieferumfang von Teleskopen haben wir bereits an anderer Stelle diskutiert. Diese beiden jedoch sind ganz vernünftig: Das 25 mm-Okular weist eine Vergrößerung von 26-fach auf (650/25), bei einem ungefähren Sichtfeld von 2 Grad. Das 9 mm Okular bietet dagegen eine Vergrößerung von 72-fach, bei einem Sichtfeld von 0,6 Grad. Das bedeutet in etwa ein scheinbares Gesichtsfeld von rund 44 Grad – etwas weniger als ein Plössl-Okular leisten kann.

Das 9 mm- Okular ist rundum brauchbar, jedoch wäre es uns lieber gewesen, hätte Celestron sein günstiges 26 mm E-Lux Plössl beigelegt statt des 25 mm Okulars. Aber insgesamt kann man mit den Okularen zufrieden sein.

Die Kollimation des Spiegels kann natürlich notwendig sein, Sie sollten also über einen Justierlaser verfügen (nicht enthalten).

Design: Das 130 SLT  wartet mit einem recht schlichten, grau-schwarzem Design auf. Während der Tubus in grau und schwarz gehalten ist, finden Sie dort wie üblich den Namen des Herstellers wieder, der sich in diesem Fall mit dem üblichen weiß-orange-Logo verewigt hat. Das Stativ ist silberfarbig, die anderen Bauteile – Okulare, Sucher usw. – sind schwarz.

Empfohlenes Zubehör

Aufgrund der oben beschriebenen Eigenschaften empfehlen wir Ihnen für das Celestron NexStar 130 SLT 130/650 Newton-Spiegelteleskop (Amazon.de) folgendes Zubehör:

  • 25 mm Plössl-Okular (oder höherwertig, z.B. Baader Planetarium), um das Schwächere der beiden beigefügten Okulare zu ersetzen
  • Gute 2x Barlow-Linse für das 9 mm-Okular
  • Für eine fantastische Sicht auf z.B. die Plejaden: 30 mm Okular (80 Grad scheinbares Gesichtsfeld)
  • Ggfs. externe Stromversorgung, um die Batterien zu umgehen
  • Justierlaser zur Kollimation der Optik

Sie wissen noch nicht genau, was ein gutes Teleskop wirklich ausmacht? Dann schauen Sie sich unsere ausführliche Beratung an.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei Ihren Beobachtungen!

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