Teleskope kaufen 2018: 9 Kriterien, die Sie beachten sollten

Teleskop kaufen

Vielleicht wollen Sie sich ja gerade das erste Teleskop kaufen? 

Es ist wirklich schwer, sich in ein komplexes Thema wie den Teleskop-Kauf einzuarbeiten. Zumindest als absoluter Astronomie-Einsteiger.

Wir helfen Ihnen heute mit den Kriterien, die Sie beim Kauf beachten sollten. 

Fragen Sie mehrere Amateurastronomen um Rat, welches Teleskop das beste für Einsteiger ist oder auf was es beim Teleskop kaufen ankommt, bekommen Sie häufig verschiedene Antworten.

Doch was ist der richtige Ansatz? Kurz gesagt hängt es von Ihrer Situation ab….

…. und auch von Ihren Zielen bei der Beobachtung von Himmelsobjekten.

Wir zeigen Ihnen heute, worauf es beim Teleskop-Kauf wirklich ankommt…

…. und helfen Ihnen, Ihr persönliches, individuelles Teleskop zu finden!

Welches Teleskop soll ich kaufen?

Eine gute und schwierige Frage zugleich, die die Grundlage für diesen Beitrag bildet.

Da wir aber in letzter Zeit immer wieder von Lesern gefragt werden, was denn nun für „durchschnittliche Einsteiger“ mit ähnlichen Zielen brauchbare Teleskope sind, haben wir hier zunächst zwei sehr vereinfachende Empfehlungen für Sie:

Da die obige Frage nicht in einem Satz zu beantworten ist, kann man erstmal nur allgemein antworten:

Es kommt auf verschiedene Faktoren beim Thema Teleskope kaufen an.

Beobachtungsziele und persönliche Umstände spielen eine entscheidende Rolle, um „gute Teleskope“ zu identifizieren.

Dieselbe Antwort gilt, wenn jemand fragt:

„Welches Teleskop ist das beste?“ 

Es kommt eben auf die persönliche Situation und andere Faktoren an, auf die wir in diesem Beitrag eingehen werden.

Da diese beiden Empfehlungen aber nicht für jede Situation passend wäre, haben wir für Sie im Folgenden eine Checkliste mit Kriterien für den Kauf eines guten Teleskops für Anfänger bereitgestellt. Die Checkliste dient gleichzeitig als Fahrplan für diesen Blog-Beitrag.

Ihre Checkliste für den Teleskop-Kauf

  • Spiegelteleskop oder Linsenteleskop?
  • Welches Budget steht mir für den Teleskop-Kauf zur Verfügung?
  • Was und wie will ich beobachten?
  • Für wen kaufe ich das Teleskop?
  • Wo will ich beobachten?
  • Wie viel Zeit plane ich für das Hobby ein?
  • Ist das Beobachten mit einem Teleskop überhaupt etwas für mich?
  • Markenteleskop oder Kaufhausteleskop?
  • Wo kann ich ein Teleskop kaufen?

Wir helfen Ihnen mit dieser Teleskop-Kaufberatung, die Antworten zu diesen Fragen zu finden.

Einige davon werden Sie umgehend nach Lesen dieses Beitrags beantworten können. Über andere müssen Sie sich eventuell erst klar werden.

Bevor wir auf jede einzelne Frage näher eingehen, damit Sie herausfinden können, welches Teleskop zu Ihrer Situation passt, geben wir Ihnen zunächst ein paar Empfehlungen und Vergleiche von Teleskopen mit auf den Weg. 

Auf viele der folgenden Modelle kommen wir im Laufe dieses Beitrags immer wieder zurück – je nach obigen Kriterien!

Spiegelteleskop kaufen: Gute Teleskope für Einsteiger im Vergleich

In den folgenden beiden Abschnitten finden Sie unterschiedliche Einsteiger-Teleskope, je nach Zweck der Beobachtung und je nach Budget. 

Hinweis: Deep Sky Beobachtung meint die Beobachtung von Objekten außerhalb des Sonnensystems.

Sie finden weitere, zielführendere Teleskop-Tipps & Empfehlungen im Verlauf dieses Beitrags. 

Sie wollen ein Teleskop kaufen und Ihr geplantes Budget ist höher? Dann kann Astrofotografie, aber auch die Deep Sky Beobachtung interessant sein. 

Für die Astrofotografie allgemein muss man leider ein höheres Budget für die komplette Ausrüstung ansetzen. 

Werfen Sie dazu einen Blick auf die Linsenteleskope weiter unten.

Linsenteleskop Vergleich: Die besten Einsteiger-Teleskope kaufen

Je nach Beobachtungszweck oder Standort machen für Sie auch Linsenteleskope für den Einstieg Sinn, dazu später mehr. 

Je nach Budget empfehle ich einen Blick auf die folgenden Linsenteleskope zu werfen:  

Linsenteleskope für Einsteiger

Linsenteleskope geringes Budget

Für die Astrofotografie sollten Sie auf eine stabile, möglichst parallaktische Montierung setzen (mehr dazu unter dem Abschnitt Montierungen). 

Für das Fernrohr selbst, das zusätzliche Gewicht vom Zubehör, den Gegengewichten usw. braucht man eben leider eine hochwertige, stabile Basis. Es darf keinesfalls etwas wackeln – vor allem nicht beim Fotografieren.

Bitte bedenken Sie, dass die gesamte Ausrüstung dafür leider viel teurer wird – was vor allem an Montierung, Stativ oder GoTo-Steuerung liegt. 

Teleskop kaufen ist das Eine – aber rechnet man die gesamte Ausrüstung, inklusive Zubehör zusammen, wird das je nach Ambition des Beobachters (vor allem Fotografieren) ein teures Hobby.

Alle drei der folgenden Refraktoren eignen sich hervorragend für den Einstieg in die Astrofotografie.

Welchen Zweck hat eigentlich ein Teleskop?​

Allgemein stellen sich die Aufgaben eines Teleskops wie folgt dar:

  • Planeten, Sonne und der Mond sollen möglichst viele Details zeigen, auch bei unruhiger Luft.
  • Weit entfernte Himmelsobjekte sollen stark vergrößert dargestellt werden.
  • Schwach leuchtende Nebel, Galaxien, Sterne oder Kometen sollen gezeigt werden.
  • Astrofotografie sollte problemlos möglich sein und unterstützt werden.
  • Es muss transportabel bleiben, dabei am besten nicht zu schwer sein.
  • Es sollte nicht zu teuer sein.

Sie sehen es vielleicht nicht auf Anhieb, aber einige dieser Forderungen sind widersprüchlich oder sind nicht gleichzeitig erfüllbar. Es ist so, dass kein Teleskop dieser Welt alle Forderungen gleichzeitig erfüllen kann!

Jeder Bautyp eines Teleskops hat seine Daseinsberechtigung, seine Stärken und Schwächen! Es gilt also, dass wir Ihre Schwerpunkte herausfinden, um „Ihr persönliches Teleskop“ zu finden.

Die obigen Ausführungen sollen Sie vor allem davor schützen, unrealistische Erwartungen zu haben, wenn Sie ein Teleskop kaufen.

Erklärung wichtiger Grundbegriffe beim Teleskop-Kauf

Refraktor-AZ-Gabel
Bild: Refraktor

Bevor wir zu den eigentlichen Kriterien beim Thema Teleskope kaufen kommen, sollten Sie einige Grundbegriffe kennen.

Öffnung:
Die Größe der Primäroptik bei einem Fernrohr. Bei einem Refraktor ist es die Objektivlinse, bei einem Reflektor dagegen der Primärspiegel. Die Angabe erfolgt oft in Zoll (1 Zoll = 25,4 mm), zum Beispiel 6 Zoll Reflektor. Dieser besitzt also eine Öffnung von circa 150 mm Durchmesser.

Typische Größen für Einsteiger sind etwa 70-100 mm bei Refraktoren, bei den beliebten Newton-Spiegelteleskopen 100-130 mm, bei einem Dobson sind es 150-200 mm.

Wir raten vorerst zu Größen um die 80 mm für einen Refraktor, 114 mm für einen Newton und 150 mm bei einem Dobson.

Brennweite:
Der Abstand zwischen Primäroptik und Brennpunkt (beim Brennpunkt vereinigen sich alle Lichtstrahlen).

Bekannt dürfte der Brennpunkt zum Beispiel durch Sonnenstrahlen sein, die in einer Lupe gebündelt werden. Gerade für die Fotografie ist die Brennweite entscheidend.

Eine Angabe wie etwa 150/1000 findet man recht häufig bei Produktbeschreibungen von Teleskopen. 150 steht für die Öffnung, dieses Mal in mm, während die 1000 für die Brennweite des Fernrohrs in mm steht.

Okular:
Verschiedene Linsen, die das Teleskopbild im Brennpunkt vergrößern. Okulare sind nur eingesteckt und austauschbar, so dass verschiedene Vergrößerungen angestrebt werden können. Man braucht also verschiedene Okulare, je nachdem was man beobachten möchte.

Man muss hier zwischen zwei gängigen Größen unterscheiden. 1,25 Zoll und 2 Zoll-Okulare.

1,25 Zoll sind gängig, jedoch wird auch 2 Zoll nach und nach zum Standard. Wollen Sie ein Teleskop kaufen, achten Sie auf den Okularauszug. Besitzt es schon einen 2 Zoll Okularauszug? Wenn nein, gibt es die Möglichkeit, mithilfe eines Adapters auf 1,25 Zoll zu reduzieren.

Die Brennweite für das Okular und die Brennweite des Teleskops lassen die Angabe der Vergrößerung zu.

Vergrößerung:
Eine höhere Vergrößerung ermöglicht mehr Details.

Aber:

  • Je höher die Vergrößerung, desto lichtschwächer das Bild
  • Je höher die Vergrößerung, desto kleiner der Bildausschnitt am Nachthimmel
  • Je höher die Vergrößerung, desto stärker die Luftunruhe
  • Je höher die Vergrößerung, desto stärker wird das Wackeln eines Fernrohres auf einer instabilen Montierung mit vergrößert.

Die Vergrößerungsformel:

Brennweite des Objektivs / Brennweite des Okulars = Vergrößerungsfaktor.

Beispiel:
Brennweite Teleskop 2000 mm / Okularbrennweite 20 mm = 100-fache Vergrößerung.

Beispiele für Vergrößerungen:

30-fache Vergößerung lässt einen guten Überblick über den Mond, Sonnenflecken oder etwa erste Details auf dem Jupiter zu. Saturnringe können gerade eben so erkannt werden.

60-fache bis 100fache Vergrößerung ermöglicht feinere Details von Sonne und Mond, Planeten oder auch engen Doppelsternen. Einzelne Sterne von helleren Kugelsternhaufen sind erkennbar.

200-fach und mehr: Feinste Details von Mond, Planeten, Doppelsternen. Dafür sind jedoch optimale Bedingungen, ruhige Luft und ein qualitativ gutes Teleskop Voraussetzung. Die Luftunruhe macht bei solch starken Vergrößerungen oft Probleme.

Die Maximalvergrößerung ist jedoch maximal das Doppelte des Objektivdurchmessers (der Öffnung) in Millimetern. Das ist quasi die Grenze, bei der eine Vergrößerung noch sinnvoll ist. 

Darüber hinaus steigert man höchstens die Unschärfe. Ein Fernrohr mit einer Öffnung von 100 mm sollte also zum Beispiel maximal 200-fach vergrößert werden.

Merken Sie sich vor allem, dass die Vergrößerung im Allgemeinen wesentlich unwichtiger als die Öffnung ist.

Welche Montierung brauche ich, wenn ich ein Teleskop kaufe?

Parallaktische Montierung eines Teleskops
Parallaktische Montierung eines Teleskops. Kapege.de / CC BY-SA 2.5

Die Montierung ist die Verbindung von Stativ und Tubus und stellt einen wirklich wichtigen Punkt als Teil der gesamten Ausrüstung dar.

Die Montierung muss unbedingt so gut sein, dass der Tubus des Teleskops stabil getragen wird – ohne zu wackeln – und dennoch Luft nach oben ist. Mit Luft nach oben meinen wir vor allem eventuelle Fotoausrüstung oder weitere Gewichte zum Ausgleich dieser Ausrüstung.

Vor allem bei der Astro-Fotografie sind entstehende Schwingungen durch eine billige Montierung unbedingt zu vermeiden. Hier brauchen Sie also zwingend eine höherwertige Montierung, wenn Sie ein Teleskop kaufen.

Wir haben sowohl Zittern, Wackeln und sogar Herunterfallen von Fernrohren gesehen. Nie jedoch, wenn die Montierung großzügig dimensioniert war!

Als wir selbst Einsteiger waren, haben wir fälschlicherweise gedacht, man sollte sich zunächst Tubus und dann Montierung aussuchen, wenn man ein Teleskop kauft. Inzwischen sind wir der Überzeugung, dass bei einem fest eingeplanten Budget die Reihenfolge genau umgekehrt sein sollte:

Wie viel bleibt mir noch vom Budget für den Tubus übrig, wenn ich diese oder jene hochwertige Montierung ausgesucht habe?

Was dieser Merksatz auf jeden Fall verdeutlichen soll: Niemals an der Montierung sparen. Das würde man später bitter bereuen, man müsste im Extremfall schnell nachrüsten oder würde gänzlich die Freude verlieren.

Man unterscheidet drei Montierungsarten: Parallaktisch, Azimutal und Dobson.

Die Azimutale Montierung

Die azimutale Montierung kennen Sie vielleicht, bei Foto- und Videostativen kommt sie zum Einsatz. Während die senkrechte Achse das Fernrohr nach links oder rechts schwenken kann, erfolgt der Schwenk der waagerechten Achse nach oben und unten.

Sie finden die azimutale Montierung vorwiegend bei recht einfachen, günstigen Teleskopen, häufig auch vor allem bei „Kaufhausteleskopen“. Grund ist die recht einfache und billige Herstellung.

  • Der Vorteil einer solchen Montierung liegt im vergleichsweise einfachen Aufbau.
  • Außerdem zeichnet die azimutale Montierung sich durch ein geringes Gewicht aus.
  • Zusätzlicher Vorteil: Für Einsteiger ist die Führung durch die beiden Achsen intuitiv: man ist an eine solche Achsen-Führung bereits gewöhnt.

Weil die Sterne ja nie genau senkrecht auf- oder untergehen, muss man leider in beiden Achsen nachführen, ein Nachteil dieser Montierung. 

Damit ist gemeint, dass man die Sterne auf ihrer scheinbar bogenförmigen Laufbahn am Himmel im Gesichtsfeld hält, indem man immer wieder neu nachstellen muss.

Die azimutale Montierung ist auf keinen Fall für die Astrofotografie geeignet. Wenn Sie ein Teleskop kaufen, achten Sie bei Interesse an der Fotografie auf die Montierung!

Bei „Goto-Teleskopen“ übernimmt bei dieser azimutalen Montierung ein Computer die Nachführung automatisch. 

Die GoTo-Steuerung allgemein im Video verdeutlicht:

Die parallaktische Montierung

Die parallaktische Montierung (auch äquatoriale Montierung genannt) kann dagegen direkt auf den Himmelspol ausgerichtet werden. 

Sie besitzt häufig einen Polsucher, um sich auf den Polarstern einzustellen und dreht mithilfe einer Motorsteuerung das Teleskop, um den Sternen zu folgen. Die Nachführung über einen Motor und der Anschluss eines GoTo-Computers sind jedoch optional.

Diese Montierung wird neben der Dobson Montierung am häufigsten verwendet. Die parallaktische Montierung ist nicht günstig, oft kosten gute Montierungen das mehrfache eines Tubus. Die parallaktische Montierung kann durch ihre komplexe Bauart, gerade bei größeren Teleskopen, schnell recht schwer und unhandlich werden.

Sie ist perfekt für die Astrofotografie geeignet, ganz im Gegenteil zur azimutalen Montierung.

Gerade im Billigsegment wird zwar häufig eine EQ-Montierung (also äquatoriale/parallaktische Montierung) angeboten. Jedoch ist diese häufig qualitativ nicht geeignet, das Teleskop stabil zu tragen.

Unterschiedliche Bezeichnungen für parallaktische Montierungen: EQ-1 bis EQ-6, HEQ-5

Montierungen der EQ-Serie werden von gängigen Teleskopherstellern angeboten. Allgemein gilt: Je höher die Zahl hinter der EQ-Bezeichnung, desto besser! Wollen Sie sich ein Teleskop kaufen, das eine EQ-4 Montierung hat, ist das bereits eine solide Montierung. 

Je nach Größe und Stabilität erfolgt hier eine Einsortierung von EQ-1 (am schwächsten und instabilsten) bis EQ-6 (massive Stabilität, kann stärkste Teleskope und Zubehör tragen).

Ich rate Ihnen von EQ-1 und EQ-2 ab, Sie verhindern damit höchstens gerade einmal, dass das Teleskop nicht herunterfällt. Jedoch kann von Stabilität nicht die Rede sein! Erst ab EQ3 sollte man überhaupt über eine parallaktische Montierung reden.

HEQ-5 ist eine besondere Ausführung der EQ-5 Reihe und steht für besonders hochwertige und für Astrofotografie perfekt ausgelegte Montierungen. Sie sollten, falls Astrofotografie für Sie wirklich interessant ist, tatsächlich den Kauf einer HEQ-5 Montierung anstreben. 

Wie gesagt – Wackeln und Schwingen sind keine Option, wenn es um Astro-Fotografie geht. Günstig sind diese Modelle jedoch keinesfalls!

Dobson-Montierung (Rockerbox)

Die Dobson Montierung ist eine besondere Form der azimutalen Montierung. 

Sie ist eine sehr einfache Form der Montierung, meist eine einfache Box, aus Pressspan gefertigt und somit sowohl robust als auch sehr kostengünstig in der Herstellung.

Die Teleskop-Bewegung auf einer Dobson Montierung ist nicht anders als auf einer herkömmlichen azimutalen Montierung. Man muss auch hier immer in zwei Achsen nachführen, der Nachteil der azimutalen Montierung verbleibt also auch für die Dobson Montierung.

Es gibt jedoch auch Dobson Montierungen mit Goto-System.

Die Dobson Montierung ist nur für den visuellen Einsatz gedacht, daher also nicht für die Astro-Fotografie geeignet.

Die Rockerbox ist sehr beliebt, vor allem auch bei Einsteigern. Der Grund liegt auf der Hand: durch die günstige Herstellung lassen sich auch große Teleskope recht kostengünstig auf einer Rockerbox betreiben. Man spart so – gerade bei großen Teleskopen – ein Vielfaches, wenn man eine Dobson-Montierung statt einer parallaktischen Montierung kauft.

Außerdem ist die Dobson Rockerbox sehr gut für den Transport geeignet. Eine Dobson-Montierung lässt sich manchmal in kleine, transportable Einzelteile zerlegen, die nicht viel wiegen und dementsprechend nicht so unhandlich und schwer sind wie eine parallaktische Montierung.

Wer will schon ein Teleskop kaufen, das eine teure Montierungsart aufweist, die man gar nicht benötigt? Zum Beispiel weil man nicht vorhat, mit dem Teleskop zu fotografieren?

Bedenken Sie beim Teleskop kaufen also immer, weswegen Sie eine Montierungsart wählen!

Spiegelteleskop oder Linsenteleskop? Vorteile beider Bauarten

Sollte man sich eher ein Spiegelteleskop oder Linsenteleskop kaufen?

Die Frage bezieht sich in den meisten Fällen auf den ersten Teleskop-Kauf.

Dazu muss man die Vorteile jeder Bauart kennen:

  • Refraktoren (Linsenteleskope) zeichnen sich allgemein hin durch die beste Abbildungsleistung aus, zumindest in den meisten Fällen.
  • Sie sind für Anfänger aufgrund der Robustheit und Unempfindlichkeit geeignet, aber Sie bekommen leider „am wenigsten Teleskop fürs Geld“, denn sie sind verglichen mit Spiegelteleskopen ähnlicher Leistung teurer.
  • Einsteiger werden das Beobachten mit dem Refraktor als leichter empfinden, denn: Der Blick durchs Linsenteleskop erfolgt – wie beim Beobachten mit bloßem Auge oder mit einem Fernglas – in gerader Linie Richtung Beobachtungsobjekt.  
  • Günstige Modelle weisen außerdem Farbfehler auf, teure Varianten korrigieren diese dagegen. Zur Planeten- und Mondbeobachtung sind Refraktoren gut geeignet, denn die gelieferten Bilder sind vergleichsweise kontrastreich.
  • Ein Linsenteleskop ist außerdem jederzeit einsatzbereit, es muss nicht auskühlen (sich der Umgebungstemperatur anpassen).
 
  • Reflektoren (Spiegelteleskope) sind Ihre Wahl, wenn Sie vergleichsweise „mehr Öffnung fürs Geld“ vorziehen.
  • Das Beobachten mit Reflektoren erfordert für Anfänger etwas Übung: Wenn Sie zum Beispiel ein Spiegelteleskop von der Bauart Newton besitzen, erfolgt das Beobachten nicht in gerader Linie Richtung Objekt. Stattdessen erfolgt der Einblick seitlich ins Teleskop.
  • Tendenziell ist mit Spiegelteleskopen die Deep Sky Beobachtung daher kostengünstiger. Das gilt umso mehr, wenn Sie sich für die bei Amateurastronomen sehr beliebte Variante des Newton-Teleskops mit Dobson-Montierung entscheiden sollten.
  • Spiegelteleskope sind zumeist leichter transportabel und relativ praktisch in der Handhabung.
  • Sie müssen bei einem Spiegelteleskop jedoch eine gewisse Zeit zum Auskühlen berücksichtigen, bevor Sie es einsetzen können.

Wie teuer ist das erste Teleskop? Die Budgetplanung

Der Preis ist das Kriterium schlechthin für den Kauf des Teleskops, das nicht ohne Grund am Anfang aller Überlegungen steht. Es spielt die zentrale Rolle für die optische Qualität, die Leistungsfähigkeit, Stabilität oder auch die Lebensdauer des Teleskops. Vom geplanten Budget hängt also ab, wie man in das Hobby einsteigen will.

Gibt es Teleskope unter 100 Euro?

Natürlich.

Sind das „gute Teleskope“ für den Einsteiger?

Man muss eigentlich an der Stelle schon zum Beobachtungsziel springen oder sich überlegen, für wen das Teleskop sein soll. Will ich fotografieren, habe aber „nur“ ein Budget von 300 Euro, ist das im Grunde nicht zu empfehlen (siehe Abschnitt Montierungen). Will man für den 10-jährigen Sohn ein Teleskop kaufen, dann reicht ein solches Budget aber locker aus.

Für ein sehr geringes Budget um die 100 Euro oder sogar darunter muss man ein paar Abstriche machen, zum Beispiel bei der Okular-Qualität. 

Als Teleskop-Geschenk für den Nachwuchs empfehle ich in dieser Preisklasse das Celestron FirstScope 76 (Review).

Darüber hinaus haben wir auch schon an anderer Stelle über die besten Astronomie-Geschenke für Kinder berichtet, falls Sie sich noch wegen der Teleskop-Anschaffung für den Astro-Nachwuchs unsicher sind.

„Gute“ Einsteigerteleskope finden Sie im Allgemeinen oft in Bereichen zwischen 300 und 500 Euro. Bekannte Teleskop-Marken und Hersteller sind Dörr, Zavarius, Bresser, Omegon, Seben oder Celestron.

Die folgenden Modelle sind eher für ein mittleres Einstiegsbudget bis etwa 300 Euro ausgelegt.

Wollen Sie mit knappem Budget ein Teleskop kaufen, müssen Sie mit frühem Nachrüsten rechnen, sollte Ihnen das Hobby großen Spaß machen. 

  • Als Erstes fallen uns da die Okulare ein, die bei Billigteleskopen meist von minderwertiger Qualität sind.
  • Dasselbe gilt oft für wackelige Montierungen (siehe Abschnitt Montierungen).
  • Häufig wird bei sehr günstigen Teleskopen auch am enthaltenen Zubehör gespart.

Sollte ich ein großes Teleskop kaufen?

Natürlich ist es schön, wenn man mit einem größeren Teleskop mehr sehen kann. Dummerweise ist es bei Teleskopen so, dass die Kosten exponentiell steigen. Die doppelte Größe kostet im Schnitt sechsmal mehr! 

So wird auch schnell klar, warum ein Teleskop von 1,5 Metern Durchmesser etwa so viel kostet wie ein Haus.

Wenn es Ihnen möglich ist, kaufen Sie sich …

  • … einen Refraktor von etwa 80 mm Durchmesser oder 
  • … einen Reflektor von etwa 114 mm

So minimieren Sie Ihren Frust wegen schlechter Optik, die bei Geräten unterhalb dieser Größe häufig vorkommen.

Abstriche müssen Sie wie gesagt in den unteren Preisklassen allgemein vor allem bei der Montierung machen. Auch sind die Okulare, die dabei sind, oftmals von schlechter Qualität. 

Ohne Kompromisse geht es in diesen Preisregionen jedoch nicht. Bedenken Sie, dass ein Gerät ohne Kompromisse ein Vielfaches kostet!

Was und wie will ich mit dem Teleskop beobachten?

Beim Thema Teleskope kaufen ist dieses Kriterium insofern wichtig, als dass man sich erstmal klar werden muss, warum man eigentlich das Teleskop auf den Himmel richtet.

Über das Sterne beobachten allgemein haben wir schon berichtet, vor allem was man als Einsteiger beachten sollte.

Will man rein visuell beobachten, also ohne Astrofotografie? Will man nur Planeten und den Mond, möglichst detailreich, beobachten? Oder doch lieber die Option offenhalten für Deep Sky Objekte außerhalb unseres Sonnensystems?

Für die rein visuelle Beobachtung kann man Folgendes feststellen:

Bei einer rein visuellen Beobachtung, so wie ich sie selbst auch vorziehe, braucht man eher eine lichtstarke Optik.

Da Mond und auch die Planeten eher hell sind, ist die Vergrößerung vergleichsweise wichtiger als bei der Deep Sky Beobachtung, bei der die Öffnung relativ gesehen wichtiger ist. Entscheidend für die solide Planeten- und Mondbeobachtung sind also Qualität der Optik und Vergrößerung.

Wenn Sie vorwiegend Planten und Mond beobachten wollen, empfehlen wir Ihnen ein Teleskop zu kaufen, das über etwa 1000-1200 mm Brennweite verfügt (relativ lange und gute Brennweite).
Zu empfehlen wäre hier beispielsweise das Skywatcher Classic DOB 150/1200 Skyliner, das wir bereits in einem Review unter die Lupe genommen haben.

Bei der Deep Sky Beobachtung zählt die Öffnung wesentlich mehr als die Brennweite, ein Teleskop mit kurzer Brennweite ist also anzuraten. Natürlich können Sie mit dem obigen Skywatcher auch Nebel oder Galaxien beobachten, aber die lange Brennweite wird Ihnen Licht-Probleme bescheren.
Bei einem solchen Teleskop für die Deep Sky Beobachtung wollen Sie möglichst viel Licht im Auge haben.

Will man jedoch auch fotografieren, muss man (siehe Montierungen) viel Geld in eine gute, stabile Montierung sowie in eine Technik zum Nachführen stecken.

Selbst wenn man seine Kamera einfach nur gelegentlich aufflantscht, muss man mindestens das zusätzliche Gewicht im Kopf haben. Sie sollten also fürs Fotografieren ein höheres Budget einplanen, sowohl für das Teleskop als auch für die Montierungen und das Zubehör.

Gute Montierungen für die Astro-Fotografie wie diese Skywatcher EQ-5 PRO SynScan Computergesteuerte Goto Montierung bei Amazon kosten in der Regel über 300 Euro.

Für die Deep Sky Beobachtung empfehle ich eines der folgenden Teleskope:

Für wen kaufe ich das Teleskop?

Je nachdem, für wen das Teleskop gekauft werden soll, spielt auch dieses Kriterium eine Rolle.

Teleskope für Kinder sind oft viel leichter, robuster, transportabler und sollen günstig in der Anschaffung sein. In dem Fall bietet sich ein Tischteleskop mit Dobson Montierung an, wie etwa das in meinem Beitrag empfohlene Celestron FirstScope 76 (Review).

Dieselben Überlegungen gelten, wenn Sie die Anschaffung eines Teleskops für Senioren planen. Dabei sollten Sie im Hinterkopf haben, dass das Gerät nicht allzu kompliziert sein sollte.

Vielleicht macht da ein sehr leicht zu bedienendes Gerät, wie das FirstScope von Celestron, auch hier Sinn, zumindest wenn noch nie beobachtet wurde.

Auch bei Teleskopen für Senioren sollte man über ein geringes Gewicht nachdenken, ebenso wie einen unkomplizierten Auf- und Abbau des Fernrohrs.

Kaufen Sie das Teleskop für den Eigengebrauch?

Dann haben Sie vermutlich ganz andere Vorstellungen und Wünsche und müssen nicht zwingend ein Gerät auswählen, das besonders robust oder leicht ist.

Ebenso haben Sie ja dann vielleicht auch ein völlig anderes Budget im Hinterkopf, als wenn das Teleskop als Geschenk geplant ist.

Bei unseren übrigen Kaufkriterien gehen wir jedoch davon aus, dass Sie das Teleskop kaufen für die eigene Nutzung.

Wo will ich mit dem Teleskop beobachten?

Teleskop kaufen Beobachtungsort

Wenn Sie in Stadtnähe wohnen, macht ein Linsenteleskop eventuell mehr Sinn für Sie. Auch der Standort spielt beim Teleskop kaufen also eine entscheidende Rolle.

Die Lichtverschmutzung ist in Stadtnähe höher, dadurch können Sie lichtschwache Objekte schwerer beobachten. Den Mond und Planeten können Sie mit einem kleinen Refraktor aber gut beobachten, denn die Abbildungsleistung mit einem Linsenteleskop ist hervorragend.

Die Deep Sky Beobachtung ist letztlich etwas, was Sie vor allem weitab der Städte, in ländlichen Regionen (oder noch besser im Gebirge) realisieren können. Hierfür eignet sich ein kleiner Newton Reflektor. Mit einem niedrigen Öffnungsverhältnis sind sie ja relativ lichtstark.

Nicht nur Ihr Wohnort, sondern auch wo Sie letztlich das Teleskop nutzen wollen, ist entscheidend für den Kauf.

  • Wollen Sie es mobil einsetzen, zum Beispiel auf Reisen?
  • Schleppen Sie es regelmäßig vom 5. Stock nach unten in den Garten oder steht es eher auf dem Balkon?
  • Soll es im Auto transportiert werden oder nur zuhause genutzt werden?
  • Haben Sie genug Lagerplatz für ein großes Teleskop?

Eventuell macht also eine kompakte Bauform beim Teleskop-Kauf für Sie Sinn, je nach Art der Verwendung.

Ein 10 Zoll Dobson ist also zum Beispiel auf einem kleinen Balkon keine gute Idee, auf einer großen Terrasse schon eher. Genauso muss ein solch großes und schweres Fernrohr erstmal vom 5. Stock den Weg zum Garten oder zum Auto und wieder zurückfinden.

Wenn Sie auf dem Balkon beobachten wollen, achten Sie darauf, eher ein Teleskop mit Stativ zu kaufen, jedenfalls keinen Dobson. Sie haben dann ja meist ein Geländer oder eine Brüstung vor der Nase.

Wer über Platz verfügt und ländlich beobachtet, kann über den Kauf eines Newton Teleskops nachdenken (mit guter Montierung). Empfehlenswert wäre da zum Beispiel das Celestron NexStar 130 SLT, über das wir bereits berichtet haben oder das qualitativ noch bessere Celestron Teleskop N 200/1000 Advanced VX 8″ AVX GoTo (Amazon).

Für städtische Beobachtungen mit einem kleinen Refraktor empfehlen wir Ihnen das Skywatcher AC 102/500 StarTravel AZ-3 (Zum Review).

Für den heimischen Garten oder die Dachterrasse, wo wirklich viel Platz vorhanden ist, kann man anders herangehen.

Ich würde mir an Ihrer Stelle dann als Erstgerät ein Dobson Teleskop kaufen. Zum einen stört kein Geländer wie bei einem Balkon. Andererseits kann man einen Dobson schnell aufbauen und so häufig beobachten. Jedoch gilt hier wieder der Nachteil, dass Astrofotografie eingeschränkt ist.

Ein guter Dobson für den Garten ist zum Beispiel das Skywatcher Classic DOB 150/1200 Skyliner (Zum Review).

Wie viel Zeit plane ich für das Hobby Astronomie ein?

Die Zeit ist auch ein wichtiger Faktor für den Kauf. Die Erklärung ist simpel:

Was ist das beste Teleskop?

Das beste Teleskop überhaupt ist das, welches Sie auch einsetzen!

Aus diesem Grund sind die vorangegangen Empfehlungen relativ. Ein noch so tolles Fernrohr bringt nichts, wenn es überwiegend im Keller steht. Teleskope kaufen lohnt nur dann, wenn man weiß, dass man sie einsetzt.

Wie viel Zeit haben Sie für das Hobby? Die Nächte, in denen gute Bedingungen herrschen, sind ja begrenzt. Und in diesen Nächten muss man auch noch Lust und Zeit finden, nach draußen zu gehen und das Equipment aufzubauen (möglicherweise in der Kälte).

Hier ist der Kernpunkt für den Kauf eines Teleskops:

Wer…

  • einen Vollzeitjob ausübt,
  • Kinder hat,
  • andere Hobbys ausübt,
  • ansonsten auch ausgelastet ist, der …

braucht ein Teleskop, das schnell auf- und abgebaut werden kann! Das ist essentiell für den Einstieg, glauben Sie mir.

Zählen Sie zu den Menschen mit wenig Zeit, rate ich Ihnen tendenziell zu einem günstigen Teleskop für den Einstieg. Außerdem sollten Sie die Astrofotografie erstmal sein lassen. Denn die braucht viel Zeit!

Im Zusammenhang mit dem Ort würde ich Menschen, die nur mal eben eine Stunde beobachten wollen, einen kleinen und leichten Dobson empfehlen.

Das Ihnen inzwischen bekannte Skywatcher Classic DOB 150/1200 Skyliner (Review) wäre meine Wahl, wenn nur wenig Zeit vorhanden ist.

Haben Sie richtig viel Zeit?

Zum Beispiel, weil Sie gerade in Rente gegangen sind und ein völlig neues Hobby suchen? Dann sind die Voraussetzungen für das Teleskop kaufen völlig anders. Man kann sich intensiv und mit Begeisterung in ein neues Hobby vertiefen.

Astrofotografie können Sie in Betracht ziehen, da Sie ja viel Zeit haben.

Der Aufbau und Abbau von einem etwas komplexeren Fernrohr an einem weit entfernten Beobachtungsort kommt vielleicht auch für Sie in Frage.

Da macht der Kauf eines qualitativ höherwertigen Teleskops Sinn, wenn Sie sich damit die halbe Nacht beschäftigen wollen.

Wenn Sie viel Zeit in das Hobby stecken wollen und ein Spiegelteleskop zu Ihnen passt, empfehle ich wiederum das inzwischen bekannte Celestron NexStar 130 SLT (Review) oder das qualitativ höherwertige Celestron Teleskop N 200/1000 Advanced VX 8″ AVX GoTo (Amazon), je nach Geldbeutel. Beide Spiegelteleskope sind aber qualitativ eine Klasse für sich, verglichen mit den übrigen preiswerten Budget-Optionen, die wir hier vorgestellt haben!

Haben Sie viel Zeit, aber wollen lieber mit einem Refraktor beobachten (etwa wegen des Kriteriums Standort oder weil Sie einen guten Refraktor für die Astrofotografie suchen), kommen die aus den ersten Abschnitten bekannten, qualitativ hervorragenden Modelle in Betracht:

Auch wenn Sie ein Teleskop kaufen, das Sie verschenken, sollten Sie übrigens daran denken, dass der Beschenkte Zeit für das tolle Hobby Astronomie übrig haben muss.

Teleskop-Kauf: Ist Beobachten überhaupt etwas für mich?

Es gibt einige Freunde, die wir mit der Astronomie angesteckt haben. Waren diese sich sicher bezüglich des neuen Hobbys?

Ganz klar: Nein.

Als wir damals begonnen haben, war uns ein noch so tolles Einsteiger-Modell nicht wichtig. Wir hatten einen kleinen Refraktor und einen Mini-Dobson zur Verfügung und haben uns jedes Mal gefreut, wenn eine klare Nacht hereinbrach. Wir sind einfach nach draußen und haben herumexperimentiert.

Und genau das würde ich jedem empfehlen, der Zweifel hat oder durch die Vielzahl an technischen Aspekten eingeschüchtert ist:

Einfach mit dem Beobachten loslegen.

Wenn Sie kein hohes Risiko eingehen möchten, weil Sie wirklich „auf der Kippe“ stehen, ob das was für Sie ist: Kaufen Sie sich ein wirklich günstiges Modell, wie das bereits mehrfach erwähnte Celestron Dobson Teleskop N 76/300 FirstScope (Amazon). Dazu noch eine gute drehbare Sternkarte wie die Drehbare Himmelskarte, die es bei Amazon gibt.

Sie investieren nicht viel, können aber in das Hobby später hineinwachsen und die ersten Schritte unternehmen.

Mein Rat ist einfach: Loslegen statt sich in das Thema wer weiß wie tief hineinzuarbeiten.

Mit dem kleinen Mini-Dobson und der drehbaren Sternkarte ausgerüstet, lernen Sie einfach erstmal die Orientierung am Nachthimmel. Schrauben Sie Ihre Erwartungen dabei herunter und freuen Sie sich stattdessen, wenn Sie Ihre ersten Objekte am Himmel identifiziert haben!

Denselben Ratschlag gebe ich, wenn Sie die Frage im Abschnitt „Was will ich beobachten?“ nicht beantworten können. Ob Mond, Planeten oder doch Deep Sky ist ja schließlich für einen Neuling nicht unbedingt absehbar.

Kaufhausfernrohr oder Marken Teleskop kaufen?

Abraten möchte ich jedem Neuling von den sogenannten Kaufhausteleskopen. Das sind Teleskope, die Sie zum Beispiel in Supermärkten, Lebensmittel-Discountern oder in Spielzeugläden vorfinden.

Kaufhausteleskopen bieten Ihnen:

  • Eine Menge Frust-Potential und falsche Erwartungen
  • Sie bekommen keine vernünftige Beratung vor Ort oder sogar eine falsche
  • Sie können mit solch einem Teleskop fast nie aufrüsten
  • Die Qualität des Teleskops beendet Ihr Hobby möglicherweise frühzeitig

Wir haben selbst keine Erfahrung damit gemacht, da solche dubiosen Angebote in letzter Zeit seltener wurden. Jedoch haben wir einen guten Draht zu vielen Astronomie-Fans, die enttäuscht waren. Zudem schrecken viele Erfahrungsberichte im Netz ab.

Was stimmt nicht mit Kaufhausfernrohren?

Schon vielfach haben wir mitbekommen, dass diese Geräte oft falsch justiert sind. Man müsste als Anfänger also erstmal im schlimmsten Fall mit dem Schraubenzieher zur Tat schreiten, bevor man überhaupt loslegen kann.

Oft sind die mitgelieferten Montierungen wackelig oder die Okulare von minderwertiger Qualität.

Woran erkennen Sie schlechte Qualität bei einem Teleskop?

  • Nicht von einem renommierten Fachhandel: Sie finden diese Billigteleskope in Supermärkten, Lebensmitteldiscountern, Kaufhausketten oder in Spielzeugläden. Kaufen Sie lieber von einem Fachhändler.
  • Der unschlagbar günstige Preis ist ein weiteres Indiz.
  • „400fache Vergrößerung bei 70 mm …“ Häufig finden Sie ein Kaufhausteleskop in einem Supermarkt mit diesen Aufschriften. Lassen Sie die Finger davon. Wer mit dubiosen Vergrößerungen wirbt, will meist von minderwertiger Qualität ablenken. Solche Werte sind außerdem nur theoretisch möglich, praktisch werden Sie nichts erkennen (siehe Abschnitt Grundbegriffe).
  • Kaum oder gar kein Zubehör. Zubehör ist ein Kostenfaktor. Billig-Teleskope haben häufig kein Sucherfernrohr zum Auffinden von Objekten im Umfang. Oft auch nur schlechte Glas- oder Plastikokulare.
  • Irreführende Astronomie-Bilder auf der Verpackung. Zwar nicht direkt ein K.O.-Kriterium für schlechte Qualität. Jedoch muss man sich fragen, warum bei sehr guten Geräten solch wunderschöne Bilder auf den Verpackungen nie oder fast nie aufgedruckt sind. Bei Kaufhausfernrohren dagegen scheint es eher der Normalfall zu sein, Galaxien abzubilden, die man mit solch einem Gerät niemals so sehen kann.

Wo kann ich Teleskope kaufen?

Schön ist es grundsätzlich, wenn man irgendwo vor Ort Erfahrung sammeln kann. Eine gute Gelegenheit sind alle möglichen Formen von Astrotreffen.

Die ATT (Astronomischer Tausch- und Trödeltreff) in Essen findet alljährlich statt. Sie finden nirgends so viel geballtes Fachwissen auf einmal wie auf der ATT. Sie können sich an jeder Ecke beraten lassen.

Darüber hinaus sind alle möglichen Hersteller auf der Astronomie-Messe AME 2018 im Herbst vertreten.

Dort gibt es neben Messerabatten auch gute und einigermaßen günstige, gebrauchte Teleskope. Sie bekommen so einen guten Überblick über die am Markt derzeit angebotenen Fernrohre.

Außerdem sind diese Treffen ideal, um Kontakte zu knüpfen – nicht nur fürs Teleskop kaufen.

Halten Sie auch für lokale, kleine Messen die Augen offen. Hier kann man nicht nur Teleskope kaufen und diese ausgiebig vor Ort testen, zumindest was die Haptik angeht. Sie haben auch einen direkten Draht in die Szene. Außerdem bekommt man oftmals Rabatte. 

Lokale Fachhändler sind eine gute Quelle für den Kauf neuer Teleskope. Sie werden jedoch immer seltener. Wenn Sie bei sich in der Nähe einen solchen Fachhändler haben, wäre das einen Besuch wert. Sie können sich dort prima beraten lassen. Die meisten solcher Fachhändler haben jedoch inzwischen auch einen Online-Shop, der teilweise sehr groß ist.

Abraten würden wir vom Teleskop kaufen im Ausland:

Zum einen ist da die Sprachbarriere, je nach Ursprungsland. Auf Englisch bekommt man vielleicht noch eine Beratung hin. Was aber, wenn irgendwas kaputt ist und man muss wegen eines Teils mit Japan oder China telefonieren?

Vorteilhaft wäre natürlich der Preis. Aber Sie haben auch ein hohes Risiko zu tragen, wenn etwas schief geht, sei es beim Versand, beim Zoll oder wenn Sie reklamieren müssen. Da ist eben der Punkt Vertrauen wieder ausschlaggebend.

Wenn man sein erstes Teleskop kaufen möchte, ist da die wichtige Komponente Vertrauen zum Verkäufer, die es zu beachten gilt. Vertrauen Sie einer Auktion im Netz, bei einem gebrauchten, sehr teuren Markengerät?

Wovon wir grundsätzlich abraten: Kaufen Sie nicht ungesehen gebrauchte Fernrohre. Vor allem nicht, wenn es kein Rückgaberecht gibt. Dasselbe gilt für neue, aber qualitativ minderwertige Kaufhausfernrohre (siehe oben).

Ein renommierter Online-Händler aus dem Inland ist da schon eine ganz andere Basis: Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen auch einen Blick auf die Amazon Bestsellerliste zum Thema Teleskop zu werfen.

Fazit

Wer ein Teleskop kaufen möchte, der sollte die hier vorgestellten Kriterien kennen. Da das jedoch eine ganze Menge an Informationen waren, können wir gut verstehen, wenn der eine oder andere eine Vereinfachung für seine Entscheidung sucht.

Diese beiden Teleskope sind solide Modelle, falls Sie sich nach dem Lesen dieses Beitrags noch nicht sicher sind, welches Gerät für Sie infrage kommt.

Suchen Sie darüber hinaus noch Informationen rund um das Thema allgemeines Zubehör für die Beobachtung? Schauen Sie doch mal bei unseren Astro Zubehör-Tipps vorbei.

Wir wünschen Ihnen einen klaren Himmel und viel Freude beim Beobachten! 🙂

© AstronomieFans
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