Teleskop Kaufberatung 2020 đŸ„‡ Top Modelle im Vergleich

Empfehlung: Preis / Leistung

Skywatcher Startravel
102/500 Refraktor
  • Bauart: Refraktor, Achromat
  • Öffnung: 102 mm (4 Zoll)
  • Brennweite: 500 mm
  • Montierung: azimutal, AZ-3
  • Stativ: Aluminium Dreibein
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 204-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: nicht empfehlenswert

Empfehlung: QualitÀt

Celestron NexStar 130 SLT
Newton-Spiegelteleskop
  • Bauart: Newton Reflektor
  • Öffnung: 130 mm (5 Zoll)
  • Brennweite: 650 mm
  • Montierung: azimutal, motorisiert
  • Stativ: Stahlrohr, vormontiert
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 260-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: nicht empfehlenswert

Vielleicht wollen Sie sich ja gerade das erste Teleskop kaufen? 

Fragen Sie mehrere Amateurastronomen nach den besten Teleskopen fĂŒr Einsteiger, bekommen Sie ganz verschiedene Antworten.

Doch was ist der richtige Ansatz? 

Kurz gesagt hĂ€ngt es von Ihrer Situation ab und auch von Ihren Zielen bei der Beobachtung von Himmelsobjekten. In dieser Teleskop-Kaufberatung lernen Sie daher die wichtigsten Faktoren kennen.

Wir helfen Ihnen also, Ihr persönliches, bestes Teleskop zu finden!

Inhaltsverzeichnis

Die besten Teleskope 2020 fĂŒr Einsteiger und Fortgeschrittene

Teleskop Empfehlungen fĂŒr Einsteiger

Omegon Teleskop N 150/750 Newton-Reflektor  

  • Bauart: Newton Reflektor
  • Öffnung: 150 mm (6 Zoll)
  • Brennweite: 750 mm
  • Montierung: EQ-4
  • Stativ: Dreibeinstativ
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 300-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: begrenzt möglich (Zubehör nötig)

Skywatcher Heritage 130P FlexTube Dobson Teleskop

  • Bauart: Newton Spiegelteleskop
  • Öffnung: 130 mm (5 Zoll)
  • Brennweite: 650 mm
  • Montierung: Dobson
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 260-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: nicht empfehlenswert

Bresser Spiegelteleskop Pluto EQ 114/500

  • Bauart: Newton Spiegelteleskop
  • Öffnung: 114 mm
  • Brennweite: 500 mm
  • Montierung: EQ-Montierung
  • Stativ: Aluminium Dreibeinstativ
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 228-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: nicht empfehlenswert

TS-Optics Spiegelteleskop 150/1400  

  • Bauart: Newton Spiegelteleskop
  • Öffnung: 150 mm
  • Brennweite: 1400 mm
  • Montierung: EQ 3-1 parallaktisch
  • Stativ: Aluminium Dreibeinstativ
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 300-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: begrenzt möglich (Zubehör nötig)

Skywatcher Dobson Skyliner Classic 150/1200  

  • Bauart: Newton Reflektor
  • Öffnung: 150 mm
  • Brennweite: 1200 mm
  • Montierung: Dobson
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 300-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: nicht empfehlenswert

Teleskop Empfehlungen fĂŒr Fortgeschrittene

Bresser Messier Teleskop NT-130/650 Newton  

  • Bauart: Newton Spiegelteleskop
  • Öffnung: 130 mm
  • Brennweite: 650 mm
  • Montierung: EXOS-2 Ă€quatorial mit Motor
  • Stativ: Stahlrohrstativ
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 260-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: ja

Bresser Messier Teleskop AR-90/900 GoTo  

  • Bauart: Refraktor
  • Öffnung: 90 mm
  • Brennweite: 900 mm
  • Montierung: EXOS-2 Ă€quatorial GoTo
  • Stativ: Stahlrohrstativ
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 180-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: ja

Celestron Teleskop N 200/1000 Advanced VX 8″  

  • Bauart: Newton Reflektor
  • Öffnung: 200 mm
  • Brennweite: 1000 mm
  • Montierung: Advanced VX
  • Stativ: stabiles Dreibein
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 400-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: ja

Bresser Teleskop Messier AR-102/1000 EXOS-2  

  • Bauart: Refraktor
  • Öffnung: 102 mm
  • Brennweite: 1000 mm
  • Montierung: Äquatoriale EXOS-2
  • Stativ: stabiles Stahlrohr-Dreibein
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 204-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: ja

Bresser Messier Teleskop AR-127S/635 Hexafoc  

  • Bauart: Refraktor
  • Öffnung: 127 mm
  • Brennweite: 635 mm
  • Montierung: Äquatoriale EXOS-2 mit GoTo-Motor
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 254-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: ja


Celestron NexStar 6 SE 150/1500 Schmidt-Cassegrain  

  • Bauart: Spiegelteleskop
  • Öffnung: 150 mm
  • Brennweite: 1500 mm
  • Montierung: Azimutal einarmig, GoTo
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 300-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: erste Gehversuche möglich

Skywatcher Maksutov Teleskop MC 150/1800 SkyMax

  • Bauart: Spiegelteleskop
  • Öffnung: 150 mm
  • Brennweite: 1800 mm
  • Montierung: EQ-5 Pro GoTo mit Motor
  • Maximal sinnvolle VergrĂ¶ĂŸerung: 300-fach
  • Beobachtungen: Nebel & Galaxien, Planeten, Mond, Sonne (nur mit Sonnenfilter!)
  • Astrofotografie: ja

Welches Teleskop sollte ich kaufen?

Da wir in letzter Zeit immer wieder von Lesern gefragt werden, was fĂŒr durchschnittliche Einsteiger mit Ă€hnlichen Zielen „gute Teleskope“ sind, haben wir hier zunĂ€chst zwei sehr vereinfachende Empfehlungen fĂŒr Sie:

  • FĂŒr den ambitionierten Einsteiger, der viel Zeit fĂŒr das neue Hobby einplant, lĂ€ndlich beobachtet, ĂŒber Platz im Garten verfĂŒgt, dem empfehlen wir das Celestron NexStar 130 SLT 130/650 Newton-Spiegelteleskop.
  • FĂŒr Beobachter mit wenig Zeit, die schnell startklar sein möchten, ĂŒber nicht viel Platz verfĂŒgen, nicht lange mit Auf- und Abbau beschĂ€ftigt sein wollen, weniger Anschaffungskosten einplanen und eher stĂ€dtisch beobachten, ist das Skywatcher Teleskop AC 102/500 StarTravel eine gute Wahl. 

Da die obige Frage „Welches Teleskop sollte ich kaufen?“ nicht in einem Satz zu beantworten ist, kann man nur allgemein antworten:

Es kommt auf verschiedene Faktoren an. Denn: Persönliche UmstĂ€nde spielen eine entscheidende Rolle, um „gute Teleskope“ zu identifizieren.

Dieselbe Antwort gilt, wenn jemand fragt: „Welches Teleskop ist das beste?“  Das hĂ€ngt von so vielen Dingen ab: Zeit fĂŒrs Beobachten, Budget oder Standort.

Da die zwei Empfehlungen in diesem Abschnitt aber nicht fĂŒr jede Situation passend wĂ€ren, haben wir fĂŒr Sie im Folgenden eine Checkliste mit Kriterien fĂŒr den Kauf eines guten Teleskops fĂŒr AnfĂ€nger bereitgestellt. 

Die Checkliste dient gleichzeitig als Fahrplan fĂŒr diese Teleskop-Beratung. Jede Frage in der Checkliste fĂŒhrt Sie per Mausklick zum entsprechenden Abschnitt der Kaufberatung.

Ihre Fragen-Checkliste fĂŒr den Teleskop-Kauf

Wir helfen Ihnen mit dieser Teleskop-Kaufberatung, die Antworten zu diesen Fragen zu finden.

Einige davon werden Sie umgehend nach Lesen dieses Beitrags beantworten können. Über andere mĂŒssen Sie sich eventuell erst klar werden.

Wichtiger Hinweis zu den Teleskop-Begriffen

Beachten Sie auch die wichtigen Grundbegriffe am Ende dieses Beitrags. Sie werden immer wieder auf diese Begriffe stoßen. Egal ob bei einer Teleskop-Beschreibung im Netz oder beim FachhĂ€ndler.

Kriterium 1: Spiegelteleskop oder Linsenteleskop kaufen?

Beim Spiegelteleskop (Reflektor Teleskop) wird das Licht vom PrimÀrspiegel reflektiert. 

Anders beim Linsenteleskop (Refraktor Teleskop): Hier wird das Licht im Objektiv gebrochen. Oftmals kommen bei den teureren Linsenteleskopen mehrere Linsen zum Einsatz.

Sollte man sich eher ein Spiegelteleskop oder Linsenteleskop kaufen?

Die Frage bezieht sich in den meisten FĂ€llen auf den ersten Teleskop-Kauf.

Dazu muss man die Vorteile jeder Bauart kennen:

Sind Refraktoren die besten Teleskope fĂŒr Sie?

  • Refraktoren (Linsenteleskope) zeichnen sich allgemein hin durch die beste Abbildungsleistung aus.
  • Sie sind fĂŒr AnfĂ€nger aufgrund der Robustheit und Unempfindlichkeit geeignet, aber Sie bekommen leider „am wenigsten Teleskop fĂŒrs Geld“, denn sie sind verglichen mit Spiegelteleskopen Ă€hnlicher Leistung teurer.
  • Einsteiger werden das Beobachten mit dem Refraktor als leichter empfinden, denn: Der Blick durchs Linsenteleskop erfolgt – wie beim Beobachten mit bloßem Auge oder mit einem Fernglas – in gerader Linie Richtung Beobachtungsobjekt.
  • GĂŒnstige Modelle weisen außerdem Farbfehler auf, teure Varianten korrigieren diese dagegen. Zur Planeten- und Mondbeobachtung sind Refraktoren gut geeignet, denn die gelieferten Bilder sind vergleichsweise kontrastreich.
  • Ein Linsenteleskop ist außerdem jederzeit einsatzbereit, es muss nicht auskĂŒhlen (sich der Umgebungstemperatur anpassen).
Refraktor-AZ-Gabel
Bild: Refraktor. Linsenteleskope sind hÀufig die beste Wahl, wenn Planeten oder der Mond interessant sind.

Sind Reflektoren fĂŒr Ihre Situation passender?

  • Reflektoren (Spiegelteleskope) sind Ihre Wahl, wenn Sie vergleichsweise „mehr Öffnung fĂŒrs Geld“ vorziehen.
  • Das Beobachten mit Reflektoren erfordert fĂŒr AnfĂ€nger etwas Übung: Wenn Sie zum Beispiel ein Spiegelteleskop von der Bauart Newton besitzen, erfolgt das Beobachten nicht in gerader Linie Richtung Objekt. Stattdessen erfolgt der Einblick seitlich ins Teleskop.
  • Tendenziell ist mit Spiegelteleskopen die Deep Sky Beobachtung (Beobachten von Objekten außerhalb unseres Sonnensystems) daher kostengĂŒnstiger. Das gilt umso mehr, wenn Sie sich fĂŒr die bei Amateurastronomen sehr beliebte Variante des Newton-Teleskops mit Dobson-Montierung entscheiden sollten.
  • Spiegelteleskope sind zumeist leichter transportabel und relativ praktisch in der Handhabung.
  • Sie mĂŒssen bei einem Spiegelteleskop jedoch eine gewisse Zeit zum AuskĂŒhlen berĂŒcksichtigen, bevor Sie es einsetzen können.

Kriterium 2: Wie teuer ist das erste Teleskop?

„Gute“ Einsteigerteleskope finden Sie im Allgemeinen oft in Bereichen zwischen 300 und 500 Euro. Bekannte Teleskop-Marken und Hersteller sind Dörr, Zavarius, Bresser, Omegon, Seben oder Celestron.

Die folgenden Modelle sind eher fĂŒr ein mittleres Einstiegsbudget bis etwa 300 Euro ausgelegt.

Der Preis ist ein wichtiges Kriterium fĂŒr den Kauf des Teleskops, das nicht ohne Grund am Anfang aller Überlegungen steht. 

Es spielt die zentrale Rolle fĂŒr die optische QualitĂ€t, die LeistungsfĂ€higkeit, StabilitĂ€t oder auch die Lebensdauer des Teleskops. Vom geplanten Budget hĂ€ngt also ab, wie man in das Hobby einsteigen will.

Gibt es Teleskope unter 100 Euro?

NatĂŒrlich.

Sind das „gute Teleskope“ fĂŒr den Einsteiger?

Man muss eigentlich an der Stelle schon zum Beobachtungsziel springen oder sich ĂŒberlegen, fĂŒr wen das Teleskop sein soll. Will ich fotografieren, habe aber „nur“ ein Budget von 300 Euro, ist das im Grunde nicht zu empfehlen (siehe Abschnitt Montierungen). Will man fĂŒr den 10-jĂ€hrigen Sohn ein Teleskop kaufen, dann reicht ein solches Budget aber locker aus.

FĂŒr ein sehr geringes Budget um die 100 Euro oder sogar darunter muss man ein paar Abstriche machen, zum Beispiel bei der Okular-QualitĂ€t. SelbstverstĂ€ndlich sind die besten Teleskope in höheren Preisklassen zu finden.

Als Teleskop-Geschenk fĂŒr den Nachwuchs empfehle ich in dieser Preisklasse das Celestron FirstScope 76 (Review).

DarĂŒber hinaus haben wir auch schon an anderer Stelle ĂŒber die besten Astronomie-Geschenke fĂŒr Kinder berichtet, falls Sie sich noch wegen der Teleskop-Anschaffung fĂŒr den Astro-Nachwuchs unsicher sind.

Wollen Sie mit knappem Budget ein Teleskop kaufen, mĂŒssen Sie mit frĂŒhem NachrĂŒsten rechnen:

  • Die Okulare bei Billigteleskopen sind meist von minderwertiger QualitĂ€t.
  • Dasselbe gilt fĂŒr wackelige Montierungen (siehe Abschnitt Montierungen).
  • HĂ€ufig wird bei sehr gĂŒnstigen Teleskopen auch am enthaltenen Zubehör gespart.

Sollte ich ein großes Teleskop kaufen?

NatĂŒrlich ist es schön, wenn man mit einem grĂ¶ĂŸeren Teleskop mehr sehen kann. Dummerweise ist es bei Teleskopen so, dass die Kosten exponentiell steigen. Die doppelte GrĂ¶ĂŸe kostet im Schnitt sechsmal mehr! 

So wird auch schnell klar, warum ein Teleskop von 1,5 Metern Durchmesser etwa so viel kostet wie ein Haus.

Wenn es Ihnen möglich ist, kaufen Sie sich …

  • … einen Refraktor von etwa 80 mm Durchmesser oder 
  • … einen Reflektor von etwa 114 mm. 

So minimieren Sie Ihren Frust wegen schlechter Optik, die bei GerĂ€ten unterhalb dieser GrĂ¶ĂŸe hĂ€ufig vorkommen.

Abstriche mĂŒssen Sie in den unteren Preisklassen vor allem bei der Montierung machen. Auch sind die Okulare, die dabei sind, oft von sehr schlechter QualitĂ€t. 

Ohne Kompromisse geht es in diesen Preisregionen jedoch nicht. Bedenken Sie, dass ein GerÀt ohne Kompromisse ein Vielfaches kostet! 

Die besten Teleskope fĂŒr Einsteiger kosten zwischen 300 und 500 Euro. Investieren Sie mehr als 500 Euro fĂŒr ein Fernrohr, sind Sie, was die QualitĂ€t der Optik angeht, fast immer auf der sicheren Seite.

Kriterium 3: Was und wie will ich mit dem Teleskop beobachten?

Dieses Kriterium ist insofern enorm wichtig, als dass man sich erstmal klar werden muss, warum man eigentlich das Teleskop auf den Himmel richtet.

Über das Sterne beobachten allgemein haben wir schon berichtet, vor allem was man als Einsteiger beachten sollte.

Will man rein visuell beobachten, also ohne Astrofotografie? Will man nur Planeten und den Mond, möglichst detailreich, beobachten? Oder doch lieber die Option offenhalten fĂŒr Deep Sky Objekte außerhalb unseres Sonnensystems?

FĂŒr die rein visuelle Beobachtung kann man Folgendes feststellen:

Bei einer rein visuellen Beobachtung, so wie ich sie selbst auch vorziehe, braucht man eher eine lichtstarke Optik.

Welches Teleskop fĂŒr Planeten und Mond?

Die besten Teleskope fĂŒr Mond und Planeten sind Refraktoren. Diese liefern das beste Bild. Da Mond und auch die Planeten eher hell sind, ist die VergrĂ¶ĂŸerung vergleichsweise wichtiger als bei der Deep Sky Beobachtung, bei der die Öffnung relativ gesehen wichtiger ist. 100-120 Millimeter Öffnung sind gute Werte fĂŒr den Einsteiger-Bereich.

Entscheidend fĂŒr die solide Planeten- und Mondbeobachtung sind also QualitĂ€t der Optik und VergrĂ¶ĂŸerung.

Wenn Sie vorwiegend Planeten und Mond beobachten wollen, empfehlen wir Ihnen ein Teleskop zu kaufen, das ĂŒber etwa 1000-1200 mm Brennweite verfĂŒgt (relativ lange und gute Brennweite).

Sowohl fĂŒr den Mars, als auch den Saturn, reichen Ihnen Refraktoren, die ĂŒber etwa 100 bis 120 Millimeter Öffnung verfĂŒgen und eine lange Brennweite aufweisen. 

FĂŒr die Mondbeobachtung sind ebenfalls bereits Öffnungen von etwa 120 Millimeter ausreichend. Sie können den Mond zwar fast mit jedem Fernrohr beobachten. Jedoch sind kleinere Refraktoren, die ĂŒber höheren Kontrast und SchĂ€rfe verfĂŒgen, viel besser geeignet.

Zwar können Sie auch schon mit 60 Millimeter erste Saturn-Beobachtungen erfolgreich durchfĂŒhren, aber ein Genuss wĂŒrde Sie erst ab etwa 200 Millimeter Öffnung erwarten. Das ist natĂŒrlich wieder eine Kostenfrage.

Daraus folgt, dass 100 bis 120 Millimeter fĂŒr den Einsteiger-Bereich ein solider Wert ist, mit dem Sie fĂŒr die Planeten-Beobachtungen nichts verkehrt machen.

FĂŒr die Details der Planeten empfehlen sich spezielle Farbfilter, die viele Details erst deutlicher machen.

Welches Teleskop fĂŒr Galaxien und Nebel (Deep Sky)?

Wichtig fĂŒr die Beobachtung von Sternen, Sternhaufen, Nebeln und Galaxien:

  • Kein langsames ÖffnungsverhĂ€ltnis
  • Große Öffnung
  • Möglichst hohe Austrittspupille
  • Weites Gesichtsfeld

Bei der Deep Sky Beobachtung zĂ€hlt die Öffnung wesentlich mehr als die Brennweite, ein Teleskop mit kurzer Brennweite ist also anzuraten. Man benötigt fĂŒr Deep-Sky-Objekte kein sehr weites Gesichtsfeld.

NatĂŒrlich können Sie mit dem obigen Skywatcher auch Nebel oder Galaxien beobachten, aber die lange Brennweite wird Ihnen Licht-Probleme bescheren.

Bei einem solchen Teleskop fĂŒr die Deep Sky Beobachtung wollen Sie möglichst viel Licht im Auge haben. 

Entscheidend fĂŒr Galaxien und Nebel ist eine gewisse QualitĂ€t der Optik und des Teleskops.

Außerdem darf das Deep-Sky-Teleskop nicht allzu klein sein, was einige kleinere Einsteiger-Modelle leider ausschließt. Zumindest, wenn man einigermaßen brauchbare Bilder bekommen will.

GrundsÀtzlich eignen sich vorwiegend Reflektoren mit kleineren SekundÀrspiegeln.

Beim Zubehör sollten Sie auf Nebelfilter zurĂŒckgreifen, wenn fĂŒr Sie Galaxien und Nebel die wichtigsten Beobachtungsobjekte sind. So wird das Streulicht bei Gasnebeln blockiert und nur das Licht fĂ€llt ins Okular.

Achten Sie bei Okularen fĂŒr den Deep-Sky-Bereich auf Weitfeld-Okulare.

Welches Teleskop fĂŒr die Sonnen-Beobachtung?

Vorsicht bei der Sonnenbeobachtung!
Generell sollten Sie niemals tagsĂŒber direkt in die Sonne schauen, nur mit geeigneten Filtern vor dem Auge beobachten. Verwenden Sie dabei nur hochwertige Objektiv-Sonnenfilter. Verwenden Sie niemals Okularsonnenfilter, diese können Ihr Augenlicht gefĂ€hrden!

Generell bietet sich fĂŒr die Sonnen-Beobachtung ein hochwertiges Refraktor-Teleskop an. Durch das besonders gute Bildergebnis durch höhere Bilddefinition sind Linsenteleskope fĂŒr die Sonnenbeobachtung empfehlenswerter als Reflektoren.

Die interessante Sonnenbeobachtung im H-Alpha-Bereich liefert Bilder von stĂ€ndigen VerĂ€nderungen der SonnenoberflĂ€che: Sonneneruptionen, Filamente oder Sonnenprotuberanzen. Das stellt fĂŒr Sonnenbeobachter typische Reize bei der Beobachtung dar.

Die Sonnenbeobachtung liefert schon ausreichend Licht. Die Refraktoren zur Beobachtung der Sonne benötigen daher keine große Öffnung, 60 mm sind vollkommen ausreichend.

Empfehlenswert ist die Projektion des hellen Sonnen-Bildes ĂŒber ein Okular auf eine Weiß-FlĂ€che, das anschließend dort beobachtet werden kann. Diese Methode nennt sich Okularprojektionsverfahren.

Von Ă€ußerster Wichtigkeit ist bei der Beobachtung unserer Sonne das verwendete Zubehör, vor allem der Objektiv-Sonnenfilter. Wir raten zum Glasfilter, es gibt jedoch auch Spezial-Folienfilter. 

Will man ausschließlich die Sonne beobachten, sollte man ein Sonnenteleskop kaufen. Diese sind jedoch leider sehr teuer und kosten oft 2.000 Euro und mehr. Beispielhaft sei hier das Solarscope UK Sonnenteleskop ST 50/400 genannt.


Solarscope UK Sonnenteleskop ST 50/400 SolarView 50 OTA

Welches Teleskop fĂŒr die Astrofotografie?

Wichtigste Grundvoraussetzungen fĂŒr die Astrofotografie:

  • Eine hochwertige, parallaktische Montierung ist ein Muss fĂŒr die Astrofotografie.
  • Die Ă€quatoriale Montierung muss stabil sein.
  • Sie muss ein hohes Gewicht tragen können, damit die Kamera stabil gehalten wird.
  • Man sollte sowohl fĂŒr Das Zubehör, als auch das Teleskop inklusive Montierung ein hohes Budget einplanen.

WĂ€re es nicht reizvoll, das Gesehene fĂŒr die Nachwelt festzuhalten und nicht bloß zu beobachten? Damit sind wir bei der Astrofotografie in unserer Teleskop-Beratung angelangt.

Bei der Astrofotografie montiert man eine Kamera an das Teleskop und kann so ein Bild vom Objekt ablichten.

Beim Fotografieren muss man grundsÀtzlich zwischen Planeten oder Mond und Deep Sky unterscheiden:

Die Mond- und Planeten-Fotografie setzt keine allzu hohen AnsprĂŒche an die gesamte AusrĂŒstung. Aber auch hierfĂŒr eignen sich keine Einsteiger-Modelle. 

Will man im Deep-Sky-Bereich dagegen schöne Fotos machen, ist eine wirklich gute AusrĂŒstung nötig. Der Grund ist darin zu sehen, dass Sterne und Nebel eine Langzeitbelichtung erforderlich machen. Gerade die Langzeitbelichtung im Deep Sky Bereich hat hohe Anforderungen an die gesamte AusrĂŒstung.

Will man fotografieren, muss man (siehe Montierungen) viel Geld in eine gute, stabile Montierung sowie in eine Technik zum NachfĂŒhren stecken.

Selbst wenn man seine Kamera einfach nur gelegentlich montiert, muss man mindestens das zusÀtzliche Gewicht im Kopf haben. 

Sie sollten also fĂŒrs Fotografieren ein höheres Budget einplanen, sowohl fĂŒr das Teleskop als auch fĂŒr die Montierungen und das Zubehör.

Gute Montierungen fĂŒr die Astrofotografie wie diese Skywatcher EQ-5 PRO SynScan Computergesteuerte Goto Montierung bei Amazon kosten in der Regel ĂŒber 300 Euro.

FĂŒr die Astrofotografie empfehle ich eines der folgenden Teleskope:

Teleskop-Beobachtung: Übung macht den Meister!

Der erste Blick durchs neue Fernrohr wird Sie enttÀuschen. Leider!

Jetzt werden Sie sagen: Halt, Moment! Wieso das, ich habe doch ein Teleskop fĂŒr 300 Euro erstanden. 

Die RealitÀt:

Zu hohe Erwartungen bei den ersten Teleskop-Beobachtungen! Man erwartet zu viel in zu kurzer Zeit. Und man vergleicht die Bilder aus Zeitschriften und Magazinen, von YouTube Videos und anderen Medien, wenn das Hubble-Teleskop gerade wieder schöne Aufnahmen gezeigt hat.

Und dann ist da noch das menschliche Auge. Das Auge ist fĂŒr das Nachtsehen nicht geeignet. Vielfach glaubt man, die Farben wĂ€ren zu farblos, alles wĂ€re zu dunkel.

Die ErdatmosphĂ€re schließlich gibt dem Ganzen den Rest: Sie sorgt fĂŒr Verzerrungen des Bildes. Das Vorbereiten ist ein entscheidender Faktor fĂŒr die Nacht.

Was wir dringend raten: Bringen Sie bei den ersten Geh-Versuchen mit dem neuen Fernrohr Geduld mit! Das ist vielleicht eine der wichtigsten Eigenschaften, die Sie beim Beobachten generell benötigen.

Um die Details und Farben vollstÀndig wahrzunehmen, muss man dagegen seine BeobachtungsfÀhigkeit schulen und immer wieder auf die Probe stellen. Trainieren Sie also Ihr Auge an einfachen Objekten und beobachten Sie möglichst auf dem Land, wo der Lichtsmog gering ist.

Kriterium 4: FĂŒr wen kaufe ich das Teleskop?

Je nachdem, fĂŒr wen das Teleskop gekauft werden soll, spielt auch dieses Kriterium eine Rolle.

Teleskope fĂŒr Kinder sind oft viel leichter, robuster, transportabler und sollen gĂŒnstig in der Anschaffung sein. In dem Fall bietet sich ein Tischteleskop mit Dobson Montierung an, wie etwa das in meinem Beitrag empfohlene Celestron FirstScope 76 (Review).

Auch bei Teleskopen fĂŒr Senioren sollte man ĂŒber ein geringes Gewicht nachdenken, je nach Fitness. Schließlich muss das Fernrohr nachts zum Beobachtungsort getragen werden, je nachdem wie und wo beobachtet werden soll.

Kaufen Sie das Teleskop fĂŒr den Eigengebrauch?

Dann haben Sie vermutlich ganz andere Vorstellungen und WĂŒnsche und mĂŒssen nicht zwingend ein GerĂ€t auswĂ€hlen, das besonders robust, leicht oder kostengĂŒnstig ist.

Wenn das Teleskop als Geschenk eingeplant ist, haben Sie ein völlig anderes Budget im Hinterkopf, als wenn das Teleskop fĂŒr den Eigengebrauch angeschafft wird. 

Dann wollen Sie in vielen FĂ€llen nicht mehr als 200 Euro ausgeben. Vielleicht macht da ein sehr einfaches, gĂŒnstiges GerĂ€t, wie das FirstScope von Celestron Sinn, zumindest wenn noch nie beobachtet wurde.

Bei unserer Teleskop-Kaufberatung gehen wir jedoch davon aus, dass Sie das Fernrohr fĂŒr den Eigengebrauch kaufen.

Kriterium 5: Wo will ich mit dem Teleskop beobachten?

Beobachtungsort
Hier gelingt die Teleskop-Beobachtung besser als in der Stadt. Aber bringen Sie sich warme Klamotten fĂŒr die Nacht mit!

Wenn Sie in StadtnĂ€he wohnen, macht ein Linsenteleskop eventuell mehr Sinn fĂŒr Sie. Auch der Standort spielt beim Teleskop kaufen also eine entscheidende Rolle.

Die Lichtverschmutzung ist in StadtnÀhe höher, dadurch können Sie lichtschwache Objekte schwerer beobachten. Den Mond und Planeten können Sie mit einem kleinen Refraktor aber gut beobachten, denn die Abbildungsleistung mit einem Linsenteleskop ist hervorragend.

Die Deep Sky Beobachtung ist letztlich etwas, was Sie vor allem weitab der StĂ€dte, in lĂ€ndlichen Regionen (oder noch besser im Gebirge) realisieren können. HierfĂŒr eignet sich ein kleiner Newton Reflektor. Mit einem niedrigen ÖffnungsverhĂ€ltnis sind sie ja relativ lichtstark.

Nicht nur Ihr Wohnort, sondern auch wo Sie letztlich das Teleskop nutzen wollen, ist entscheidend fĂŒr den Kauf.

  • Wollen Sie es mobil einsetzen, zum Beispiel auf Reisen?
  • Schleppen Sie es regelmĂ€ĂŸig vom 5. Stock nach unten in den Garten oder steht es eher auf dem Balkon?
  • Soll es im Auto transportiert werden oder nur zu Hause genutzt werden?
  • Haben Sie genug Lagerplatz fĂŒr ein großes Teleskop?

Eventuell macht also eine kompakte Bauform beim Teleskop-Kauf fĂŒr Sie Sinn, je nach Art der Verwendung.

Ein 10 Zoll Dobson ist also zum Beispiel auf einem kleinen Balkon keine gute Idee, auf einer großen Terrasse schon eher. Genauso muss ein solch großes und schweres Fernrohr erstmal vom 5. Stock den Weg zum Garten oder zum Auto und wieder zurĂŒckfinden.

Wenn Sie auf dem Balkon beobachten wollen, achten Sie darauf, eher ein Teleskop mit Stativ zu kaufen, jedenfalls keinen Dobson. Sie haben dann ja meist ein GelĂ€nder oder eine BrĂŒstung vor der Nase.

Wer ĂŒber Platz verfĂŒgt und lĂ€ndlich beobachtet, kann ĂŒber den Kauf eines Newton Teleskops nachdenken (mit guter Montierung). Empfehlenswert wĂ€re da zum Beispiel das Celestron NexStar 130 SLT, ĂŒber das wir bereits berichtet haben oder das qualitativ noch bessere Celestron Teleskop N 200/1000 Advanced VX 8″ AVX GoTo (Amazon).

FĂŒr stĂ€dtische Beobachtungen mit einem kleinen Refraktor empfehlen wir Ihnen das Skywatcher AC 102/500 StarTravel AZ-3 (Zum Review).

FĂŒr den heimischen Garten oder die Dachterrasse, wo wirklich viel Platz vorhanden ist, kann man anders herangehen.

Ich wĂŒrde mir an Ihrer Stelle dann als ErstgerĂ€t ein Dobson Teleskop kaufen. Zum einen stört kein GelĂ€nder wie bei einem Balkon. Andererseits kann man einen Dobson schnell aufbauen und so hĂ€ufig beobachten. Jedoch gilt hier wieder der Nachteil, dass Astrofotografie eingeschrĂ€nkt ist.

Ein guter Dobson fĂŒr den Garten ist zum Beispiel das Skywatcher Classic DOB 150/1200 Skyliner (Zum Review).

Kriterium 6: Wie viel Zeit plane ich fĂŒr das Hobby Astronomie ein?

Die Zeit ist auch ein wichtiger Faktor fĂŒr den Kauf. Die ErklĂ€rung ist simpel:

Was ist das beste Teleskop?

Das beste Teleskop ĂŒberhaupt ist das, welches Sie auch einsetzen!

Aus diesem Grund sind die vorangegangen Empfehlungen relativ. Ein noch so tolles Fernrohr bringt nichts, wenn es ĂŒberwiegend im Keller steht. Teleskope kaufen lohnt nur dann, wenn man weiß, dass man sie einsetzt.

Wie viel Zeit haben Sie fĂŒr das Hobby? Die NĂ€chte, in denen gute Bedingungen herrschen, sind ja begrenzt. Und in diesen NĂ€chten muss man auch noch Lust und Zeit finden, nach draußen zu gehen und das Equipment aufzubauen (möglicherweise in der KĂ€lte).

Wenig Zeit fĂŒr die Teleskop-Beobachtung

Hier ist der Kernpunkt fĂŒr den Kauf eines Teleskops, wenn Sie wenig Zeit fĂŒrs Beobachten haben:

Wer…

  • einen Vollzeitjob ausĂŒbt,
  • Kinder hat,
  • andere Hobbys ausĂŒbt,
  • ansonsten auch ausgelastet ist, der …

braucht ein Teleskop, das schnell auf- und abgebaut werden kann! Das ist essentiell fĂŒr den Einstieg, glauben Sie mir.

ZĂ€hlen Sie zu den Menschen mit wenig Zeit, rate ich Ihnen tendenziell zu einem gĂŒnstigen Teleskop fĂŒr den Einstieg. Außerdem sollten Sie die Astrofotografie erstmal sein lassen. Denn die braucht viel Zeit!

Im Zusammenhang mit dem Ort wĂŒrde ich Menschen, die nur mal eben eine Stunde beobachten wollen, einen kleinen und leichten Dobson empfehlen.

Das Ihnen inzwischen bekannte Skywatcher Classic DOB 150/1200 Skyliner (Review) wÀre meine Wahl, wenn nur wenig Zeit vorhanden ist.

Viel Zeit fĂŒr die Teleskop-Beobachtung

Haben Sie richtig viel Zeit?

Zum Beispiel, weil Sie gerade in Rente gegangen sind und ein völlig neues Hobby suchen?

Dann sind die Voraussetzungen fĂŒr das Teleskop kaufen völlig anders. Man kann sich intensiv und mit Begeisterung in ein neues Hobby vertiefen.

Astrofotografie können Sie in Betracht ziehen, da Sie ja viel Zeit haben.

Der Aufbau und Abbau von einem etwas komplexeren Fernrohr an einem weit entfernten Beobachtungsort kommt dann fĂŒr Sie in Frage.

Da macht der Kauf eines qualitativ höherwertigen Teleskops Sinn, wenn Sie sich damit die halbe Nacht beschÀftigen wollen.

Wenn Sie viel Zeit in das Hobby stecken wollen und ein Spiegelteleskop zu Ihnen passt, empfehle ich wiederum das inzwischen bekannte Celestron NexStar 130 SLT (Review) oder das qualitativ höherwertige Celestron Teleskop N 200/1000 Advanced VX 8″ AVX GoTo (Amazon), je nach Geldbeutel. Beide Spiegelteleskope sind aber qualitativ eine Klasse fĂŒr sich, verglichen mit den ĂŒbrigen preiswerten Budget-Optionen, die wir hier vorgestellt haben!

Haben Sie viel Zeit, aber wollen lieber mit einem Refraktor beobachten (etwa wegen des Kriteriums Standort oder weil Sie einen guten Refraktor fĂŒr die Astrofotografie suchen), kommen die aus den ersten Abschnitten bekannten, qualitativ hervorragenden Modelle in Betracht:

Auch wenn Sie ein Teleskop kaufen, das Sie verschenken, sollten Sie ĂŒbrigens daran denken, dass der Beschenkte Zeit fĂŒr das tolle Hobby Astronomie ĂŒbrig haben muss.

Kriterium 7: Ist Beobachten ĂŒberhaupt etwas fĂŒr mich?

Es gibt einige Freunde, die wir mit der Astronomie angesteckt haben. Waren diese sich sicher bezĂŒglich des neuen Hobbys?

Ganz klar: Nein.

Als wir damals begonnen haben, war uns ein noch so tolles Einsteiger-Modell nicht wichtig. Wir hatten einen kleinen Refraktor und einen Mini-Dobson zur VerfĂŒgung und haben uns jedes Mal gefreut, wenn eine klare Nacht hereinbrach. Wir sind einfach nach draußen und haben herumexperimentiert.

Und genau das wĂŒrde ich jedem empfehlen, der Zweifel hat oder durch die Vielzahl an technischen Aspekten eingeschĂŒchtert ist:

Einfach mit dem Beobachten loslegen.

Wenn Sie kein hohes Risiko eingehen möchten, weil Sie wirklich „auf der Kippe“ stehen, ob das was fĂŒr Sie ist: Kaufen Sie sich ein wirklich gĂŒnstiges Modell, wie das bereits mehrfach erwĂ€hnte Celestron Dobson Teleskop N 76/300 FirstScope (Amazon). Dazu noch eine gute drehbare Sternkarte wie die Drehbare Himmelskarte, die es bei Amazon gibt.

Sie investieren nicht viel, können aber in das Hobby spÀter hineinwachsen und die ersten Schritte unternehmen.

Mein Rat ist einfach: Loslegen statt sich in das Thema wer weiß wie tief hineinzuarbeiten.

Mit dem kleinen Mini-Dobson und der drehbaren Sternkarte ausgerĂŒstet, lernen Sie einfach erstmal die Orientierung am Nachthimmel. Schrauben Sie Ihre Erwartungen dabei herunter und freuen Sie sich stattdessen, wenn Sie Ihre ersten Objekte am Himmel identifiziert haben!

Denselben Ratschlag gebe ich, wenn Sie die Frage im Abschnitt „Was will ich beobachten?“ nicht beantworten können. Ob Mond, Planeten oder doch Deep Sky ist ja schließlich fĂŒr einen Neuling nicht unbedingt absehbar.

Kriterium 8: Kaufhausfernrohr oder Marken Teleskop kaufen?

Kaufentscheidung
Die Wahl der Marke, des Materials und des Orts, wo Sie ein Fernrohr kaufen, ist entscheidend!

Abraten möchte ich jedem Neuling von den sogenannten Kaufhausteleskopen. Das sind Teleskope, die Sie zum Beispiel in SupermÀrkten, Lebensmittel-Discountern oder in SpielzeuglÀden vorfinden.

Kaufhausteleskopen bieten Ihnen:

  • Eine Menge Frust-Potential und falsche Erwartungen
  • Sie bekommen keine vernĂŒnftige Beratung vor Ort oder sogar eine falsche
  • Sie können mit solch einem Teleskop fast nie aufrĂŒsten
  • Die QualitĂ€t des Teleskops beendet Ihr Hobby möglicherweise frĂŒhzeitig

Wir haben selbst keine Erfahrung damit gemacht, da solche dubiosen Angebote in letzter Zeit seltener wurden. Jedoch haben wir einen guten Draht zu vielen Astronomie-Fans, die enttÀuscht waren. Zudem schrecken viele Erfahrungsberichte im Netz ab.

Was stimmt nicht mit Kaufhausfernrohren?

Schon vielfach haben wir mitbekommen, dass diese GerĂ€te oft falsch justiert sind. Man mĂŒsste als AnfĂ€nger also erstmal im schlimmsten Fall mit dem Schraubenzieher zur Tat schreiten, bevor man ĂŒberhaupt loslegen kann.

Oft sind die mitgelieferten Montierungen wackelig oder die Okulare von minderwertiger QualitÀt.

So erkennen Sie schlechte QualitÀt bei Teleskopen

Woran erkennen Sie schlechte QualitÀt bei einem Teleskop?

  • Nicht von einem renommierten Fachhandel: Sie finden diese Billigteleskope in SupermĂ€rkten, Lebensmitteldiscountern, Kaufhausketten oder in SpielzeuglĂ€den. Kaufen Sie lieber von einem FachhĂ€ndler.
  • Der unschlagbar gĂŒnstige Preis ist ein weiteres Indiz.
  • „400fache VergrĂ¶ĂŸerung bei 70 mm …“ HĂ€ufig finden Sie ein Kaufhausteleskop in einem Supermarkt mit diesen Aufschriften. Lassen Sie die Finger davon. Wer mit dubiosen VergrĂ¶ĂŸerungen wirbt, will meist von minderwertiger QualitĂ€t ablenken. Solche Werte sind außerdem nur theoretisch möglich, praktisch werden Sie nichts erkennen (siehe Abschnitt Grundbegriffe).
  • Kaum oder gar kein Zubehör. Zubehör ist ein Kostenfaktor. Billig-Teleskope haben hĂ€ufig kein Sucherfernrohr zum Auffinden von Objekten im Umfang. Oft auch nur schlechte Glas- oder Plastikokulare.
  • IrrefĂŒhrende Astronomie-Bilder auf der Verpackung. Zwar nicht direkt ein K.O.-Kriterium fĂŒr schlechte QualitĂ€t. Jedoch muss man sich fragen, warum bei sehr guten GerĂ€ten solch wunderschöne Bilder auf den Verpackungen nie oder fast nie aufgedruckt sind. Bei Kaufhausfernrohren dagegen scheint es eher der Normalfall zu sein, Galaxien abzubilden, die man mit solch einem GerĂ€t niemals so sehen kann.

Kriterium 9: Wo kann und sollte ich Teleskope kaufen?

Erfahrungen sammeln auf Messen, Astrotreffen und in Foren

Schön ist es grundsÀtzlich, wenn man irgendwo vor Ort Erfahrung sammeln kann. 

Eine gute Gelegenheit sind alle möglichen Formen von Astrotreffen:

  • DarĂŒber hinaus sind alle möglichen Hersteller auf der Astronomie-Messe AME 2018 im Herbst vertreten. Dort gibt es neben Messerabatten auch gute und einigermaßen gĂŒnstige, gebrauchte Teleskope. Sie bekommen so einen guten Überblick ĂŒber die am Markt derzeit angebotenen Fernrohre.

Diese Treffen sind ideal, um Kontakte zu knĂŒpfen – nicht nur fĂŒrs Teleskop kaufen. Vielleicht finden Sie jemanden, der Ihnen von seinem 10-Zoll-Dobson erzĂ€hlt und Sie ins SchwĂ€rmen bringt? Eine ganz andere Art der Teleskop-Kaufberatung, die Ihnen neue Blickwinkel aufzeigt.

Halten Sie auch fĂŒr lokale, kleine Messen die Augen offen. Hier kann man nicht nur Teleskope kaufen und diese ausgiebig vor Ort testen, zumindest was die Haptik angeht. Sie haben auch einen direkten Draht in die Szene. Außerdem bekommt man oftmals Rabatte. 

Erfahrungen sammeln kann man auch in diversen Foren, beispielsweise Astronomie.de oder Astrotreff.de. Die dortige Community ist hilfsbereit und kann Neulingen einige sinnvolle Tipps geben. Die EinschĂ€tzung von erfahrenen Mitgliedern kann fĂŒr Sie sehr wertvoll werden.

Teleskop kaufen im Ausland?

Abraten wĂŒrden wir vom Teleskope kaufen im Ausland:

Zum einen ist da die Sprachbarriere, je nach Ursprungsland. Auf Englisch bekommt man vielleicht noch eine Beratung hin. Was aber, wenn irgendwas kaputt ist und man muss wegen eines Teils mit Japan oder China telefonieren?

Vorteilhaft wĂ€re natĂŒrlich der Preis. Aber Sie haben auch ein hohes Risiko zu tragen, wenn etwas schiefgeht, sei es beim Versand, beim Zoll oder wenn Sie reklamieren mĂŒssen. Da ist eben der Punkt Vertrauen wieder ausschlaggebend.

Sollte man gebrauchte Teleskope kaufen?

Wenn man sein erstes Teleskop kaufen möchte, ist da die wichtige Komponente Vertrauen zum VerkÀufer, die es zu beachten gilt.

Vertrauen Sie einer Auktion im Netz, bei einem gebrauchten, sehr teuren MarkengerĂ€t? Man sollte vorsichtig mit Auktionen ĂŒber eBay sein, was gebrauchte Teleskope angeht. Die GerĂ€te mögen gut beschrieben und abfotografiert sein. Aber hat man die Gewissheit, dass das Fernrohr auch geeignet ist, selbst wenn man wĂŒsste, dass es zu 100 % funktioniert?

Wovon wir grundsĂ€tzlich abraten: Kaufen Sie nicht ungesehen gebrauchte Fernrohre. Vor allem nicht, wenn es kein RĂŒckgaberecht gibt. Die besten Teleskope taugen nichts, wenn sie beschĂ€digt sind.

Das Hauptproblem, wenn Sie ein Teleskop gebraucht kaufen: Sie können es als Einsteiger in die Szene gar nicht vernĂŒnftig einschĂ€tzen! Generell ist das ein K.O.-Kriterium fĂŒr den Kauf von gebrauchten Fernrohren. Auch der ClearSky-Blog hat auf dieses Problem bereits hingewiesen.

Vertrauen Sie lieber dem lokalen FachgeschÀft oder einem renommierten Online-HÀndler wie
astroshop.de
 aus dem Inland. 

Lokale FachhĂ€ndler sind eine gute Quelle fĂŒr den Kauf neuer Teleskope. Sie werden jedoch immer seltener. Wenn Sie bei sich in der NĂ€he einen solchen FachhĂ€ndler haben, wĂ€re das einen Besuch wert. Sie können sich dort prima beraten lassen. Die meisten solcher FachhĂ€ndler haben jedoch inzwischen auch einen Online-Shop, der teilweise eine riesige Auswahl bietet.

Welche Montierung brauche ich, wenn ich ein Teleskop kaufe?

Parallaktische Montierung eines Teleskops
Parallaktische Montierung eines Teleskops. Kapege.de / CC BY-SA 2.5

Die Montierung ist die Verbindung von Stativ und Tubus und stellt einen wirklich wichtigen Punkt als Teil der gesamten AusrĂŒstung dar.

Die Montierung muss unbedingt so gut sein, dass der Tubus des Teleskops stabil getragen wird – ohne zu wackeln – und dennoch Luft nach oben ist. Mit Luft nach oben meinen wir vor allem eventuelle FotoausrĂŒstung oder weitere Gewichte zum Ausgleich dieser AusrĂŒstung.

Vor allem bei der Astro-Fotografie sind entstehende Schwingungen durch eine billige Montierung unbedingt zu vermeiden. Hier brauchen Sie also zwingend eine höherwertige Montierung, wenn Sie ein Teleskop kaufen.

Wir haben sowohl Zittern, Wackeln und sogar Herunterfallen von Fernrohren gesehen. Nie jedoch, wenn die Montierung großzĂŒgig dimensioniert war! Die besten Teleskope sitzen fest – ohne Wackeln und Schwingen – auf ihren hochwertigen Montierungen!

Als wir selbst Einsteiger waren, haben wir fĂ€lschlicherweise gedacht, man sollte sich zunĂ€chst Tubus und dann Montierung aussuchen, wenn man ein Teleskop kauft. Inzwischen sind wir der Überzeugung, dass bei einem fest eingeplanten Budget die Reihenfolge genau umgekehrt sein sollte:

Wie viel bleibt mir noch vom Budget fĂŒr den Tubus ĂŒbrig, wenn ich diese oder jene hochwertige Montierung ausgesucht habe?

Was dieser Merksatz auf jeden Fall verdeutlichen soll: Niemals an der Montierung sparen. Das wĂŒrde man spĂ€ter bitter bereuen, man mĂŒsste im Extremfall schnell nachrĂŒsten oder wĂŒrde gĂ€nzlich die Freude verlieren.

Man unterscheidet drei Montierungsarten: Parallaktisch, Azimutal und Dobson.

Die Azimutale Montierung

Die azimutale Montierung kennen Sie vielleicht, bei Foto- und Videostativen kommt sie zum Einsatz. WĂ€hrend die senkrechte Achse das Fernrohr nach links oder rechts schwenken kann, erfolgt der Schwenk der waagerechten Achse nach oben und unten.

Sie finden die azimutale Montierung vorwiegend bei recht einfachen, gĂŒnstigen Teleskopen, hĂ€ufig auch vor allem bei „Kaufhausteleskopen“. Grund ist die recht einfache und billige Herstellung.

  • Der Vorteil einer solchen Montierung liegt im vergleichsweise einfachen Aufbau.
  • Außerdem zeichnet die azimutale Montierung sich durch ein geringes Gewicht aus.
  • ZusĂ€tzlicher Vorteil: FĂŒr Einsteiger ist die FĂŒhrung durch die beiden Achsen intuitiv: man ist an eine solche Achsen-FĂŒhrung bereits gewöhnt.

Weil die Sterne ja nie genau senkrecht auf- oder untergehen, muss man leider in beiden Achsen nachfĂŒhren, ein Nachteil dieser Montierung. 

Damit ist gemeint, dass man die Sterne auf ihrer scheinbar bogenförmigen Laufbahn am Himmel im Gesichtsfeld hÀlt, indem man immer wieder neu nachstellen muss.

Die azimutale Montierung ist auf keinen Fall fĂŒr die Astrofotografie geeignet. Wenn Sie ein Teleskop kaufen, achten Sie bei Interesse an der Fotografie auf die Montierung!

Bei „Goto-Teleskopen“ ĂŒbernimmt bei dieser azimutalen Montierung ein Computer die NachfĂŒhrung automatisch. 

Die parallaktische Montierung

Die parallaktische Montierung (auch Àquatoriale Montierung genannt) kann dagegen direkt auf den Himmelspol ausgerichtet werden. 

Sie besitzt hĂ€ufig einen Polsucher, um sich auf den Polarstern einzustellen und dreht mithilfe einer Motorsteuerung das Teleskop, um den Sternen zu folgen. Die NachfĂŒhrung ĂŒber einen Motor und der Anschluss eines GoTo-Computers sind jedoch optional.

Diese Montierung wird neben der Dobson Montierung am hĂ€ufigsten verwendet. Die parallaktische Montierung ist nicht gĂŒnstig, oft kosten gute Montierungen das mehrfache eines Tubus. Die parallaktische Montierung kann durch ihre komplexe Bauart, gerade bei grĂ¶ĂŸeren Teleskopen, schnell recht schwer und unhandlich werden.

Sie ist perfekt fĂŒr die Astrofotografie geeignet, ganz im Gegenteil zur azimutalen Montierung.

Gerade im Billigsegment wird zwar hÀufig eine EQ-Montierung (also Àquatoriale/parallaktische Montierung) angeboten. Jedoch ist diese hÀufig qualitativ nicht geeignet, das Teleskop stabil zu tragen.

Unterschiedliche Bezeichnungen fĂŒr parallaktische Montierungen: EQ-1 bis EQ-6, HEQ-5

Montierungen der EQ-Serie werden von gÀngigen Teleskopherstellern angeboten. Allgemein gilt: Je höher die Zahl hinter der EQ-Bezeichnung, desto besser! Wollen Sie sich ein Teleskop kaufen, das eine EQ-4 Montierung hat, ist das bereits eine solide Montierung. 

Je nach GrĂ¶ĂŸe und StabilitĂ€t erfolgt hier eine Einsortierung von EQ-1 (am schwĂ€chsten und instabilsten) bis EQ-6 (massive StabilitĂ€t, kann stĂ€rkste Teleskope und Zubehör tragen).

Ich rate Ihnen von EQ-1 und EQ-2 ab, Sie verhindern damit höchstens gerade einmal, dass das Teleskop nicht herunterfĂ€llt. Jedoch kann von StabilitĂ€t nicht die Rede sein! Erst ab EQ3 sollte man ĂŒberhaupt ĂŒber eine parallaktische Montierung reden.

HEQ-5 ist eine besondere AusfĂŒhrung der EQ-5 Reihe und steht fĂŒr besonders hochwertige und fĂŒr Astrofotografie perfekt ausgelegte Montierungen. Sie sollten, falls Astrofotografie fĂŒr Sie wirklich interessant ist, tatsĂ€chlich den Kauf einer HEQ-5 Montierung anstreben. 

Wie gesagt – Wackeln und Schwingen sind keine Option, wenn es um Astrofotografie geht. GĂŒnstig sind diese Modelle jedoch keinesfalls!

Dobson-Montierung (Rockerbox)

Die Dobson Montierung ist eine besondere Form der azimutalen Montierung. 

Sie ist eine sehr einfache Form der Montierung, meist eine einfache Box, aus Pressspan gefertigt und somit sowohl robust als auch sehr kostengĂŒnstig in der Herstellung.

Die Teleskop-Bewegung auf einer Dobson Montierung ist nicht anders als auf einer herkömmlichen azimutalen Montierung. Man muss auch hier immer in zwei Achsen nachfĂŒhren, der Nachteil der azimutalen Montierung verbleibt also auch fĂŒr die Dobson Montierung.

Es gibt jedoch auch Dobson Montierungen mit Goto-System.

Die Dobson Montierung ist nur fĂŒr den visuellen Einsatz gedacht, daher also nicht fĂŒr die Astro-Fotografie geeignet.

Die Rockerbox ist sehr beliebt, vor allem auch bei Einsteigern. Der Grund liegt auf der Hand: durch die gĂŒnstige Herstellung lassen sich auch große Teleskope recht kostengĂŒnstig auf einer Rockerbox betreiben. Man spart so – gerade bei großen Teleskopen – ein Vielfaches, wenn man eine Dobson-Montierung statt einer parallaktischen Montierung kauft.

Außerdem ist die Dobson Rockerbox sehr gut fĂŒr den Transport geeignet. Eine Dobson-Montierung lĂ€sst sich manchmal in kleine, transportable Einzelteile zerlegen, die nicht viel wiegen und dementsprechend nicht so unhandlich und schwer sind wie eine parallaktische Montierung.

Wer will schon ein Teleskop kaufen, das eine teure Montierungsart aufweist, die man gar nicht benötigt? Zum Beispiel, weil man nicht vorhat, mit dem Teleskop zu fotografieren?

Bedenken Sie beim Teleskop kaufen also immer, weswegen Sie eine Montierungsart wÀhlen!

Teleskop-Test in Sternwarten und Vereinen

Mein genereller Rat an Neulinge der astronomischen Beobachtung: 

Besuchen Sie Astronomie-Vereine und Sternwarten in Ihrer Region. Gerade wenn Sie sich noch unsicher sind, ist ein lokaler Teleskop-Test in einem Verein eine gute Idee. Dort finden Sie in der Regel viele hilfreiche Amateurastronomen, die Ihnen gern Tipps geben. 

Sie können dort durch die von den Vereinen angebotenen Events profitieren, indem Sie bei bestimmten Veranstaltungen die Teleskope testen. Der eine oder andere freundliche Beobachter wird Sie bestimmt mal durchs Okular schauen lassen!

Teleskop-Tests durch die Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest hat nie einen Teleskop-Test durchgefĂŒhrt:

Auch wenn viele Websites diesen Eindruck gern vermitteln wollen, um eine gewisse Kompetenz durchscheinen zu lassen, dass es Teleskop-Tests dort gÀbe.

FĂŒhren Sie selbst mal eine Suche auf der Website der Stiftung Warentest durch. Sie werden feststellen, dass bei den angezeigten Treffern keine Verbindung zu Teleskopen besteht. Stattdessen finden Sie dort lediglich Treffer, die sich beispielsweise auf den Garten-Bereich beziehen. Typische Treffer sind „Teleskop-Arme“, „Teleskop-Beine“.

Es gibt also bisher (Stand 03/2019) keinen Teleskop-Test der Stiftung Warentest.

Welches Teleskop-Zubehör ist sinnvoll?

Welches Teleskop-Zubehör sinnvoll ist, hĂ€ngt davon ab, was Sie beobachten wollen. GrundsĂ€tzlich sollten Sie folgendes Zubehör fĂŒr Teleskope in ErwĂ€gung ziehen:

  • Ein bis zwei hochwertige Okulare fĂŒr verschiedene VergrĂ¶ĂŸerungen.
  • Farbfilter helfen bei der Steigerung des Kontrasts, wenn Planeten beobachtet werden.
  • Mondfilter, Graufilter und Neutralfilter dĂ€mpfen das helle Mondlicht und steigern den Kontrast bei der Mondbeobachtung.
  • Hochwertige Objektiv-Sonnenfilter sind essentiell fĂŒr die Beobachtung der Sonne und helfen bei der Beobachtung von Objekten tagsĂŒber.
  • Barlow-Linsen erhöhen die Brennweite des Teleskops um das Zwei- bis Dreifache.
  • Umkehrlinsen fĂŒr Newton-Reflektoren sowie Amiciprismen fĂŒr Refraktoren sorgen fĂŒr ein stets aufrechtes Bild, das bei der Erdbeobachtung hilft.
  • Universal-Kamera-Adapter und T-Ringe sind in Kombination mit einer Spiegelreflexkamera notwendig, wenn Sie Astrofotografie betreiben.
Suchen Sie darĂŒber hinaus noch Informationen rund um das Thema allgemeines Zubehör fĂŒr die Beobachtung? Schauen Sie doch mal bei unseren Astro Zubehör-Tipps vorbei.

ErklÀrung wichtiger Grundbegriffe beim Teleskop-Kauf

Öffnung:

Die GrĂ¶ĂŸe der PrimĂ€roptik bei einem Fernrohr. Bei einem Refraktor ist es die Objektivlinse, bei einem Reflektor dagegen der PrimĂ€rspiegel. Die Angabe erfolgt oft in Zoll (1 Zoll = 25,4 mm), zum Beispiel 6 Zoll Reflektor. Dieser besitzt also eine Öffnung von circa 150 mm Durchmesser.

Typische GrĂ¶ĂŸen fĂŒr Einsteiger sind etwa 70-100 mm bei Refraktoren, bei den beliebten Newton-Spiegelteleskopen 100-130 mm, bei einem Dobson sind es 150-200 mm.

Wir raten vorerst zu GrĂ¶ĂŸen um die 80 mm fĂŒr einen Refraktor, 114 mm fĂŒr einen Newton und 150 mm bei einem Dobson.

Brennweite:

Der Abstand zwischen PrimÀroptik und Brennpunkt (beim Brennpunkt vereinigen sich alle Lichtstrahlen).

Bekannt dĂŒrfte der Brennpunkt zum Beispiel durch Sonnenstrahlen sein, die in einer Lupe gebĂŒndelt werden. Gerade fĂŒr die Fotografie ist die Brennweite entscheidend.

Eine Angabe wie etwa 150/1000 findet man recht hĂ€ufig bei Produktbeschreibungen von Teleskopen. 150 steht fĂŒr die Öffnung, dieses Mal in mm, wĂ€hrend die 1000 fĂŒr die Brennweite des Fernrohrs in mm steht.

Okular:

Verschiedene Linsen, die das Teleskopbild im Brennpunkt vergrĂ¶ĂŸern. Okulare sind nur eingesteckt und austauschbar, sodass verschiedene VergrĂ¶ĂŸerungen angestrebt werden können. Man braucht also verschiedene Okulare, je nachdem was man beobachten möchte.

Man muss hier zwischen zwei gĂ€ngigen GrĂ¶ĂŸen unterscheiden. 1,25 Zoll und 2-Zoll-Okulare.

1,25 Zoll sind gĂ€ngig, jedoch wird auch 2 Zoll nach und nach zum Standard. Wollen Sie ein Teleskop kaufen, achten Sie auf den Okularauszug. Besitzt es schon einen 2-Zoll-Okularauszug? Wenn ja, gibt es die Möglichkeit, mithilfe eines Adapters auf 1,25 Zoll zu reduzieren. Zwei-Zoll-Okulare eignen sich aufgrund grĂ¶ĂŸerer Gesichtsfelder prima fĂŒr die Deep-Sky-Objekte, das Einblicken ist angenehmer.

Die Brennweite fĂŒr das Okular und die Brennweite des Teleskops lassen die Angabe der VergrĂ¶ĂŸerung zu.

VergrĂ¶ĂŸerung:

Eine höhere VergrĂ¶ĂŸerung ermöglicht mehr Details.

Aber:

  • Je höher die VergrĂ¶ĂŸerung, desto lichtschwĂ€cher das Bild
  • Je höher die VergrĂ¶ĂŸerung, desto kleiner der Bildausschnitt am Nachthimmel
  • Je höher die VergrĂ¶ĂŸerung, desto stĂ€rker die Luftunruhe
  • Je höher die VergrĂ¶ĂŸerung, desto stĂ€rker wird das Wackeln eines Fernrohres auf einer instabilen Montierung mit vergrĂ¶ĂŸert.

Die VergrĂ¶ĂŸerungsformel:

Brennweite des Objektivs / Brennweite des Okulars = VergrĂ¶ĂŸerungsfaktor.

Beispiel:
Brennweite Teleskop 2000 mm / Okularbrennweite 20 mm = 100-fache VergrĂ¶ĂŸerung.

Beispiele fĂŒr VergrĂ¶ĂŸerungen:

30-fache VergrĂ¶ĂŸerung lĂ€sst einen guten Überblick ĂŒber den Mond, Sonnenflecken oder etwa erste Details auf dem Jupiter zu. Saturnringe können gerade eben so erkannt werden.

60-fache bis 100fache VergrĂ¶ĂŸerung ermöglicht feinere Details von Sonne und Mond, Planeten oder auch engen Doppelsternen. Einzelne Sterne von helleren Kugelsternhaufen sind erkennbar.

200-fach und mehr: Feinste Details von Mond, Planeten, Doppelsternen. DafĂŒr sind jedoch optimale Bedingungen, ruhige Luft und ein qualitativ gutes Teleskop Voraussetzung. Die Luftunruhe macht bei solch starken VergrĂ¶ĂŸerungen oft Probleme.

Die MaximalvergrĂ¶ĂŸerung ist jedoch maximal das Doppelte des Objektivdurchmessers (der Öffnung) in Millimetern. Das ist quasi die Grenze, bei der eine VergrĂ¶ĂŸerung noch sinnvoll ist. 

DarĂŒber hinaus steigert man höchstens die UnschĂ€rfe. Ein Fernrohr mit einer Öffnung von 100 mm sollte also zum Beispiel maximal 200-fach vergrĂ¶ĂŸert werden.

Merken Sie sich vor allem, dass die VergrĂ¶ĂŸerung im Allgemeinen wesentlich unwichtiger als die Öffnung ist.

Wichtige Anforderungen an Teleskope

Allgemein stellen sich die Anforderungen an ein Teleskop wie folgt dar:

  • Planeten, Sonne und der Mond sollen möglichst viele Details zeigen, auch bei unruhiger Luft.
  • Weit entfernte Himmelsobjekte sollen stark vergrĂ¶ĂŸert dargestellt werden.
  • Schwach leuchtende Nebel, Galaxien, Sterne oder Kometen sollen gezeigt werden.
  • Astrofotografie sollte problemlos möglich sein und unterstĂŒtzt werden.
  • Es muss transportabel bleiben, dabei am besten nicht zu schwer sein.
  • Es sollte nicht zu teuer sein.

Sie sehen es vielleicht nicht auf Anhieb, aber einige dieser Forderungen sind widersprĂŒchlich oder sind nicht gleichzeitig erfĂŒllbar. Es ist so, dass kein Teleskop dieser Welt alle Forderungen gleichzeitig erfĂŒllen kann!

Jede Bauform und GrĂ¶ĂŸe eines Teleskops hat seine Daseinsberechtigung, seine StĂ€rken und SchwĂ€chen! Es gilt also, Ihre Schwerpunkte herauszufinden, um „Ihr persönliches Teleskop“ zu identifizieren.

Die obigen AusfĂŒhrungen sollen Sie vor allem davor schĂŒtzen, unrealistische Erwartungen zu haben, wenn Sie Teleskope kaufen.

Fazit

Wer ein Teleskop kaufen möchte, der sollte die hier vorgestellten Kriterien kennen. Da das jedoch eine ganze Menge an Informationen waren, können wir gut verstehen, wenn der eine oder andere eine Vereinfachung fĂŒr seine Entscheidung sucht.

Diese beiden Teleskope sind solide Modelle, falls Sie sich nach dem Lesen dieses Beitrags noch nicht sicher sind, welches GerĂ€t fĂŒr Sie infrage kommt.

Alternativ schauen Sie mal bei astroshop.de vorbei. Dort finden Sie tausende Produkte rund um Teleskope und Amateurastronomie.

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