Astronomie Zubehör: 7 Dinge, die nicht fehlen dürfen

Zubehör für astronomische Beobachtungsnacht

Sie starten in die Beobachtungsnacht und haben Ihr Lieblingsteleskop dabei. Plötzlich bemerken Sie, dass die Tasche mit Zubehör wohl noch zuhause im Keller steht. Frustriert fahren Sie zurück, um das Zubehör zu holen…. 

… Oder etwa doch nicht? 

Wie wichtig ist also eigentlich Zubehör für die Amateurastronomie? Welches Equipment ist unverzichtbar?

Heute geht es daher um allgemeines Zubehör, das Sie als Hobbyastronom bei der visuellen Beobachtung oder Astrofotografie benötigen. Wir beschränken uns dabei auf die wichtigsten Dinge, die die Mehrheit von uns benötigt.

Nicht in der folgenden Liste enthalten, aber unverzichtbares Werkzeug fürs Identifizieren von Objekten und Lernen zugleich ist übrigens nach wie vor eine Drehbare Himmelskarte (Amazon.de) und der Deep Sky Reiseatlas.

Vielleicht haben Sie sich ja gerade mit dem Kauf eines Fernrohrs beschäftigt und stellen fest, dass Sie im Lieferumfang Ihres geplanten Teleskops nur unzureichendes, billiges Zubehör vorfinden werden.

Dieser Beitrag soll Ihnen dabei helfen, sinnvolles Zubehör für den Einsteiger zu identifizieren.

Okulare und Barlow-Linsen

Wir haben über Okulare und Barlow-Linsen schon berichtet, vor allem worauf es beim Kauf ankommt. 

Okulare gehören zu den unverzichtbaren Zubehörteilen, wenn Sie ein Teleskop nutzen. Wenn Sie also tatsächlich die Tasche mit den Okularen vergessen, bleibt wohl nur die Beobachtung mit Fernglas oder zurückfahren, um sie zu holen.

Barlow-Linsen sind zur Vergrößerung der Brennweite gedacht. Sie fallen jedoch lediglich in die Kategorie sinnvolles Zubehör, schließlich endet keine Beobachtungsnacht, nur weil Sie ein Objekt nicht so vergrößern können, wie es mit der Barlow-Linse möglich wäre. 

Sucherfernrohr und Peilsucher

Zwar nicht unverzichtbar, dafür aber sehr hilfreich sind Sucher und Peiler. Beide Zubehörteile dienen dem Aufsuchen von Beobachtungsobjekten unterm Nachthimmel.

Sucher

Das Sucherfernrohr (auch Sucher, Suchfernrohr) weist als kleines Fernrohr eine niedrige Vergrößerung auf und wird parallel an einem Hauptfernrohr montiert. Der Zweck eines Suchers ist das leichtere Auffinden von Beobachtungsobjekten im Hauptfernrohr durch den vergleichsweise größeren Sichtwinkel.

Sie benötigen ein Sucherfernrohr vor allem bei Vergrößerungen ab 25-fach und aufwärts. Sucher haben ein aufgedrucktes oder eingeätztes Fadenkreuz für die Zentrierung von Objekten.

Den Sucher gibt es inzwischen in allen möglichen Ausführungen und Qualitätsklassen. Um gute von billigen Varianten zu unterscheiden, sollte man zunächst auf die Angabe von Vergrößerung und Öffnung schauen. Diese ist übrigens analog zu denen bei Ferngläsern.

Wichtiger Tipp zur Auswahl von Sucherfernrohren:
Achten Sie bei der Auswahl allgemein darauf, ein wirklich lichtstarkes Sucherfernrohr zu erwischen. Deep Sky Objekte sind dann heller und das Aufsuchen wird viel leichter. Für Objekte, bei denen der Sucher zu schwach ist, gilt: Lichtstarke Versionen sind wesentlich besser - Sie haben dann schließlich viel mehr Umgebungsobjekte, die das Identifizieren erheblich erleichtern!

Ein 6×24 Sucher ist demnach ein Suchfernrohr mit einer Vergrößerung von 6-fach gepaart mit einer Öffnung von 24 mm. Diese billigsten Varianten finden sich vorwiegend in Teleskopen, die unter 500 Euro Gesamtpreis liegen (falls ein Sucher beim enthaltenen Zubehör überhaupt beiliegt). Dabei wird leider in der Verarbeitung dieser Qualitätsklasse oft eine Abblendung der billigen Objektive vorgenommen, um Abbildungsfehler dieser Objektive zu reduzieren. Das heißt in Klartext: Sie bekommen hier gar nicht die volle Öffnung.

Die 6×30 Sucher sind da schon deutlich besser: Sie sammeln mehr Licht, haben ein vergleichsweise besseres, helleres Bild, sind fokussierbar und weisen im Normalfall eine wesentlich bessere Verarbeitung auf. Oft wird außerdem der Farbfehler reduziert, wenn die Objektive achromatisch sind. Durch diese Sucher können Sie also insgesamt bereits lichtschwächere Objekte sehen. Bei einigen teureren Teleskopen liegen diese 6×30 Sucher noch bei, jedoch muss man sie meist einzeln kaufen, wenn man ein billiges 6×24-Exemplar im Lieferumfang des Zubehörs vorfindet.

Für wirklich hochwertige Teleskope, bei denen man gutes Zubehör verwenden will, gibt es 8×50 Sucherfernrohre. Sie sind meist nicht im Lieferumfang enthalten – wenn überhaupt, dann bei lichtstarken Geräten für den Deep Sky Bereich. Sie haben vielleicht schon 8×50 Ferngläser gesehen – diese 8×50 Sucher liegen für den einäugigen Bereich in demselben Leistungsspektrum!

Ein ganz vernünftiger Sucher mit gutem achromatischem Objektiv ist der TS-Optics 8×50 Sucher (Amazon.de).

Sucherfernrohr auf Achtzöller montiert
8 Zoll Teleskop mit montiertem Sucherfernrohr. Geof, CC BY-SA 3.0

Peilsucher

Der Markt für astronomisches Sucher-Zubehör geht in letzter Zeit vermehrt in Richtung Peiler (Peilsucher).

Der Peilsucher bietet im Gegensatz zum Sucherfernrohr keine Vergrößerung des beobachteten Himmelsausschnitts. Stattdessen wird auf eine Glasscheibe ein roter Punkt projiziert, der wiederum beim Betrachten durch den Peilsucher am Nachthimmel erscheint und das Aufsuchen von Objekten erleichtert. 

Diese Methode wird von vielen Amateurastronomen gegenüber dem klassischen Sucher bevorzugt, da der Sternenhimmel ohne Vergrößerung unverändert sichtbar bleibt.

Eine bewährte Ausprägung des Peilsuchers ist der sogenannte Telrad-Sucher. Das Anpeilen von Beobachtungsobjekten am Himmel wird erheblich vereinfacht: Bei dieser Variante des Peilsuchers wird kein Punkt, sondern stattdessen Zielkreise auf den Sternenhimmel projiziert. Anwendung findet der Telrad-Sucher vorwiegend im Deep Sky-Bereich.

Bei der Deep Sky-Beobachtung kann man sogar nahezu von einem Standard sprechen, wenn es um die Beliebtheit und Verbreitung der hilfreichen Telrad-Projektionssucher geht. Es gibt Sternatlanten, die sogar Telrad-Kreise auf ihren Karten verzeichnet haben. Wenn Sie einen solchen Atlas suchen, empfehlen wir den beliebten Deep Sky Reiseatlas (Amazon.de).

Telrad_seite
Der Telradsucher von der Seite aus gesehen. Kapege.de, CC BY-SA 2.5
Telrad_hinten
Der Telradsucher von hinten. Kapege.de, CC BY-SA 2.5

Zenitspiegel

Zenitspiegel sind Umlenkprismen oder -spiegel, die das Licht in einem Winkel von 90 Grad oder 45 Grad umlenken. Das Bild ist durch Verwendung eines Zenitprismas in der Folge nicht mehr verkehrt, sondern aufrecht oder seitenrichtig.

Erfolgt der Einblick am Teleskop von hinten – etwa bei Refraktoren – ist das Beobachten oft unbequem (zum Beispiel weil Sie in eine hockende Position gehen müssten). Das gilt vor allem dann, wenn Sie mit einem Linsenteleskop in Richtung des Zenits beobachten, also direkt oberhalb Ihres Standorts. Eine deutliche Erleichterung für die Beobachtung stellen daher solche Zenitspiegel dar, die wir zum sinnvollen Zubehör zählen.

Die Montierung ist spielend leicht: Die Steckhülse des Zenitspiegels wird im Okularauszug befestigt, während das Okular an der anderen Seite fixiert wird.

Sie sollten unbedingt bedenken, dass das Licht auch durch dieses Bauteil hindurch muss – im Klartext heißt es mal wieder: Der Preis bestimmt die Qualität des Zenitprismas. Sie wollen bestimmt kein teures Teleskop nutzen, das am Ende ein schlechteres Bild zeigt, nur wegen eines billigen Zenitspiegels!

Achten Sie also bei der Auswahl auf ein verhältnismäßig qualitativ gutes Zenitprisma.

Ein guter Zenitspiegel zeichnet sich folgendermaßen aus:

  1. Der Spiegel ist genau justiert worden. Das Bild ist somit nicht unscharf.
  2.  Kein Astigmatismus im optischen System und somit keine Unschärfe.
  3. Gutes Reflexionsvermögen. Bei einem Wert von 99% kann man von einem hochwertigen Spiegel sprechen (entscheidend vor allem für den Deep Sky-Bereich). Zenitspiegel mit 99% Reflexion sind circa dreimal so teuer wie diejenigen mit 90% Reflexion (einfache Spiegel).

Ein hochwertiger Zenitspiegel ist folgender, den es bei Amazon.de gibt:

In dem lehrreichen Video wird das praktische Beobachten mit und ohne Zenitprisma übrigens sehr schön dargestellt (ab Min. 0:33).

Justierlaser

Dann und wann muss leider jedes Teleskop mehr oder weniger häufig justiert werden. Mit dem Justieren meinen wir die korrekte Einstellung aller optischen Elemente zueinander.

Insofern kommen Sie als Teleskop-Besitzer nicht umhin, sich entweder Justier-Zubehör zuzulegen und selbst zu justieren oder es durch einen Fachmann oder Astrofreund erledigen zu lassen.

In jedem Fall ist die weitaus gängigste Variante der Justierlaser (Laser Kollimator). Ein Laser mit vernünftigem Preis-/Leistungsverhältnis ist dieser hier: Laser Kollimator (Amazon.de)

Weitere Informationen zum Justieren mit einem Justierlaser, exemplarisch für ein Newton Teleskop, erhalten Sie in folgendem Video.

Reinigungsmaterialien

Hin und wieder muss leider auch die Teleskop-Optik gereinigt werden.

Wir haben über die Reinigung von Teleskopspiegel und Astro Optik bereits berichtet. Wir empfehlen Ihnen daher, einen Blick auf diesen Beitrag zu werfen für Tipps, Empfehlungen und Zubehör rund um das Reinigen der Optik. 

Schutzhüllen und Koffer für Teleskope & Zubehör

Über die korrekte Lagerung von Teleskopen und dem Zubehör, welches dafür sinnvoll ist, haben wir ebenfalls bereits einen Beitrag verfasst. Werfen Sie also einen Blick auf unseren Beitrag zum Thema Teleskop aufbewahren.

Sie finden dort neben Tipps zu Schutzhüllen und Koffern auch wertvolle Hinweise, was Sie bei der Lagerung lieber sein lassen sollten und wie Sie Ihr astronomisches Equipment am besten aufbewahren.

Für das Transportieren eines Teleskops haben wir ebenfalls Tipps für Sie. Wir gehen auch dort kurz auf sinnvolles Zubehör ein, das man für den Transport aufs Land verwenden kann.

Der Astrostuhl: Bequemes Sitzen beim Beobachten

Eine Sache, die uns beim Stargazing häufig plagt, ist eine unbequeme Haltung, die nicht selten von der falschen Sitzgelegenheit ausgelöst wird.

Spezielle Beobachtungsstühle für die Astronomie erlauben vor allem eine sehr flexible Änderung der Höhe – ein absolutes Muss, wie wir finden!

Wenn Sie also auf der Suche nach einem geeigneten Astrostuhl für den Familienausflug oder die lange Beobachtungsnacht sind, finden Sie in dem Beitrag ein passendes Modell.

Fazit zum Astro-Zubehör

Dieser Beitrag sollte Ihnen dabei helfen, notwendiges oder sinnvolles Astro-Zubehör zu finden.

Selbst wenn Sie vorerst kein Teleskop verwenden wollen, hilft immer noch ein gutes Astronomie-Fernglas für die Beobachtung und eine Drehbare Himmelskarte von Amazon, damit Ihre Beobachtungsnacht erfolgreich ist und Freude bereitet.

Wir hoffen, Ihnen weitergeholfen zu haben und wünschen wie immer eine klare Nacht und viel Spaß bei Ihren Beobachtungen 🙂

© AstronomieFans
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