Astronomie-Fernglas: Empfehlung und Tipps fĂŒr Einsteiger

Astronomie Fernglas
Bild: 10x50 Fernglas

Die Sterne kann man sich mit bloßem Auge, mit einem Teleskop oder mit einem Astronomie-Fernglas anschauen. 

Wir haben uns in diesem Artikel mit den astronomischen Feldstechern einmal nÀher beschÀftigt. 

Dabei geben wir zunĂ€chst eine konkrete Kaufempfehlung fĂŒr Einsteiger. Dieses Fernglas zeichnet sich vor allem durch das starke Preis- LeistungsverhĂ€ltnis aus.

Wir gehen auch der Frage nach, warum man ĂŒberhaupt ein Astro-Fernglas haben sollte und welche Vorteile es bietet.

Zentrales Element dieses Beitrags sind unsere Tipps und Kriterien fĂŒr ein gutes Astro-Fernglas. 

Ziel ist es, Ihnen als Einsteiger mit dem heutigen Blogbeitrag  bei der Kaufentscheidung zu helfen.

Empfehlung fĂŒr Einsteiger: Omegon Fernglas Porrostar 10x50W

Ich selbst nutze seit einiger Zeit das Omegon Fernglas Porrostar 10x50W von Amazon fĂŒr astronomische Zwecke und bin damit zufrieden.

Eine solide Preis-/Leistungs-Alternative ist das in unserem Review beleuchtete Olympus 118760 10 x 50 DPS-I Fernglas.  

Das Omegon Porrostar 10x50W ist ein gutes Einsteiger-Fernglas fĂŒr die Astronomie, aus einem ganz simplen Grund:

Es fĂ€llt vor allem durch sein unglaubliches Preis- LeistungsverhĂ€ltnis auf. Sie bekommen sozusagen „sehr viel Fernglas“ fĂŒr einen geringen Preis.

Das Fernglas bietet einen Objektdurchmesser von 50 mm, bei einer 10-fachen VergrĂ¶ĂŸerung.

Einerseits ist es recht leicht mit nur 0,87 kg Gewicht. Das mag fĂŒr Stativ-Beobachtungen weniger relevant sein.

Nimmt man es jedoch mit, zum Beispiel auf Reisen oder fĂŒr Übersicht-Beobachtungen, macht sich das Gewicht bezahlt. Sie werden feststellen, dass Sie wesentlich ausdauernder ruhig und entspannt beobachten, als wenn Sie ein Fernglas mit 4 kg Gewicht auch nur ein paar Minuten halten mĂŒssen.

Warum ist das so entscheidend fĂŒr Einsteiger?

Ich sage immer, dass das beste astronomische GerÀt jenes ist, welches Sie auch tatsÀchlich benutzen! 

Wenn Sie natĂŒrlich von vornherein wissen, dass Sie ein Großfernglas mit einem hohen Gewicht haben wollen, gibt es bessere Optionen, dazu weiter unten. Aber um flexibel und nicht zwangslĂ€ufig mit Stativ beobachten zu mĂŒssen, ist das Porrostar 10x50W hervorragend geeignet.

Omegon Fernglas Porrostar 10x50W bei Amazon.

Gerade als Einsteiger wollen Sie ja lernen, sich am Sternenhimmel zu orientieren. DafĂŒr zahlt sich ein Fernglas aus, das Sie problemlos lange in der Hand halten können, um so wichtige Orientierungspunkte zu erfassen. Ideal ist hier das große Gesichtsfeld, mit dem Sie sich einen Überblick ĂŒber große Bereiche des Himmels verschaffen können.

Folgende Vorteile sind fĂŒr mich relevant:

  • Unschlagbar gĂŒnstiges Preis- LeistungsverhĂ€ltnis
  • Relativ lichtstarke Öffnung
  • Großes Gesichtsfeld fĂŒr Überblick-Beobachtungen
  • Geringes Gesamtgewicht
  • Robust, klein und handlich
  • Transport kein Problem, auch auf Reisen
  • Schnell einsatzbereit, auch ohne Stativ
  • Sehr solide BildqualitĂ€t
  • Ideales Einsteiger-Astronomie-Fernglas
  • Allround-Fernglas

Warum ĂŒberhaupt ein Astronomie-Fernglas?

Refraktor
Das Astronomie-Fernglas als Alternative zum Teleskop? (Bild: Refraktor)

ZunĂ€chst einmal gilt: Jedes optische Instrument ist ein Kompromiss, auch und gerade bei FernglĂ€sern fĂŒr Astronomie. Viele der Sterngucker, die ich persönlich kenne, nutzen mindestens ein astronomisches Fernglas, mich eingeschlossen. Die allermeisten von uns verwenden die Feldstecher auch regelmĂ€ĂŸig bei jeder Beobachtung.

Auf die Frage, warum sie ein Astronomie-Fernglas nutzen oder was sie daran mögen, kommen vor allem diese Antworten dabei heraus:

  • Einfachheit, leicht zu transportieren: Wenn Sie verreisen, ist der Feldstecher vielleicht die bessere Option als ein großes, sperriges Teleskop im Auto zu transportieren.
  • Schnell nutzbar, also immer zur Hand: Was ist, wenn es ganz plötzlich aufklart und Sie möchten ganz spontan und schnell Ihre Himmelsbeobachtung umsetzen, bevor die Wolken zurĂŒck sind? Das geht mit einem Fernglas fĂŒr den Nachthimmel ganz prima und flexibel.
  • Bequemlichkeit, beidĂ€ugiges und entspanntes Beobachten: Zwei Augen sehen mehr als eines. WĂŒrde ich etwa ein Auge schließen, wird das Beobachtungsobjekt kleiner und auch dunkler. DarĂŒber hinaus ist ein Beobachten mit zwei Augen oftmals bequemer, weniger anstrengend.
  • Vergleichsweise niedrige Kosten: Sie benötigen kein teures Equipment, wenn Sie sich ein gutes Fernglas fĂŒr Sterne kaufen, das ein gutes Preis- LeistungsverhĂ€ltnis hat.

Vor allem anderen ist der folgende Faktor fĂŒr mich entscheidend:

FernglĂ€ser bieten ein weites Sichtfeld. Das große Gesichtsfeld eines Astro-Fernglases lĂ€dt Sie dazu ein, einen wundervollen Spaziergang am Nachthimmel zu unternehmen!

Ein Fernglas fĂŒr Sterne ist perfekt geeignet fĂŒr eine Übersichtsbeobachtung, um sich also einen Gesamteindruck zu verschaffen. Man schaut mit einer 10-fachen VergrĂ¶ĂŸerung auf das Objekt und wenn man noch mehr vergrĂ¶ĂŸern möchte, geht es weiter mit dem Teleskop.

Perfekt fĂŒr den Einstieg:

Die Himmelsbeobachtung mit Fernglas hat einen gewaltigen Vorteil fĂŒr Einsteiger in die Amateurastronomie.

Die Orientierung am Nachthimmel kann man mit einem guten Astronomie-Fernglas wirklich prima lernen.

Nimmt man alle oben genannten Vorteile, ergibt sich fĂŒr mich nur die Empfehlung (mit der ich damals auch begonnen habe): 

Beginnen Sie die Himmelsbeobachtung mit Fernglas statt mit Fernrohr.

ErgĂ€nzend sei gesagt, dass Sie auch mit bloßem Auge die Orientierung am Nachthimmel lernen können und sollten. Das astronomische Fernglas ist aber ein sehr guter Einstieg und macht zudem Lust auf mehr!

Seien Sie also darauf vorbereitet, dass Sie bei Gefallen an dem tollen Hobby auch den Teleskop-Kauf erwÀgen werden.

Bauformen: Porroprismen-FernglÀser versus Dachkant

Porroprismen Fernglas KĂŒnstlerdarstellung
Das Innere eines Porroprismen Fernglases (KĂŒnstlerdarstellung). DrBob / CC BY-SA 3.0

Porrosysteme, benannt nach ihrem Konstrukteur Ignazio Porro, war die erste Prismenart, die bei der Fernglas-Herstellung zum Einsatz kam. Zwei Prismensegmente richten das Bild ĂŒber Totalreflektion auf lenken es um 180 Grad pro Prismensegment um. An der GrenzflĂ€che von den Prismen wird das Licht nicht gebrochen, sondern reflektiert.
Man erkennt Porro-FernglÀser gleich auf Anhieb: Okulare und Objektive sind zueinander versetzt.

Porroprismen FernglÀser liefern ein plastischeres Bild und werden von vielen Amateurastronomen hÀufig vorgezogen.

Dachkant-FernglĂ€ser sind leicht an der H-Form erkennbar. Der Name deutet ĂŒbrigens den Strahlengang durch die Prismen, der an ein Hausdach erinnert, an. Hierbei wird das Licht ĂŒber Verspiegelung weitergeleitet, wobei immer mindestens eine der FlĂ€chen verspiegelt sein muss. Der Lichtstrahl wird ĂŒber fĂŒnf Stellen geleitet und reflektiert, bis er schließlich ins Okular trifft.

Dachkant-FernglĂ€ser sind hĂ€ufig sehr kompakt, dabei leichter und als gute Reisebegleitung sinnvoll. Jedoch sind sie, verglichen mit Porroprismen-GlĂ€sern, allgemein teurer in der Herstellung – zum Beispiel aufgrund ihres komplizierten optischen Designs. FĂŒr wirklich gute Astronomie-FernglĂ€ser in Dachkant-AusfĂŒhrung muss man hĂ€ufig recht viel Geld ausgeben.

Ich empfehle daher tendenziell eher ein Porroprismen-Fernglas fĂŒr die Astronomie.

Tipps und Kriterien fĂŒr ein gutes Astronomie-Fernglas

Preis als Kriterium
Der Preis spielt bei vielen Kriterien eine Rolle, z.B. bei der optischen QualitÀt

Sie haben noch kein gutes Fernglas oder wollen sich einen besseren Astro-Feldstecher zulegen? 

Kein Problem – wir haben einige Tipps und Kaufkriterien zusammengestellt, damit Sie wissen, worauf Sie beim Kauf von guten Astronomie FernglĂ€sern achten mĂŒssen.

Unser kleiner Kaufratgeber hilft Ihnen, die richtigen von den falschen GerĂ€ten fĂŒr Ihre Situation zu unterscheiden und unterstĂŒtzt Sie so bei der anstehenden Kaufentscheidung.

Oft ist es ja so, dass man sich als Einsteiger eine Werbeanzeige ansieht und erst einmal von der FĂŒlle an Fachbegriffen erschlagen wird, ohne dass diese nĂ€her ausgefĂŒhrt werden. 

Damit Sie nicht die Sinnhaftigkeit eines jeden wichtigen technischen Merkmals fĂŒr ein Astronomie-Fernglas nachschlagen mĂŒssen, haben wir uns die wichtigsten Kriterien herausgenommen und beschreiben diese – und geben auch gleich Hinweise mit auf den Weg, warum dieses Merkmal wichtig ist.

Suchen Sie derzeit ein gutes Astronomie-Fernglas, achten Sie auch auf die VergrĂ¶ĂŸerung. Die VergrĂ¶ĂŸerung sollte 10-fach oder höher sein. Nur so können Sie hinreichend die Details am Nachthimmel auch erkennen.

Wenn ein Fernglas zum Beispiel die Aufschrift trĂ€gt: „10×50“, was genau bedeutet das? 

„10 mal 50“ bedeutet, dass die betrachteten Objekte genau zehnmal vergrĂ¶ĂŸert werden. Je grĂ¶ĂŸer also die erste Zahl, vor dem „mal“, desto mehr VergrĂ¶ĂŸerungskraft bringt das astronomische Fernglas mit sich.

Ist denn die VergrĂ¶ĂŸerung das alles entscheidende? 

Nein, sie ist wichtig, jedoch nicht alles bei einem guten Feldstecher. Je grĂ¶ĂŸer das Fernglas Dinge abbildet, desto schwĂ€cher erscheinen sie. Ein Fernglas mit höherer VergrĂ¶ĂŸerung sammelt nĂ€mlich genauso viel Licht wie ein entsprechend geringer vergrĂ¶ĂŸerndes GerĂ€t (bspw. 7×50). Es verteilt jedoch das Licht auf eine grĂ¶ĂŸere FlĂ€che! Das erklĂ€rt dann auch, warum schwĂ€cher vergrĂ¶ĂŸernde GlĂ€ser meist hellere, wenngleich kleinere Bilder entstehen lassen. 

Die zweite Zahl bei unserem obigen Beispiel, 10×50, ist die Lichtsammelkraft des Fernglases, der Objektivdurchmesser in Millimeter. Je grĂ¶ĂŸer, desto mehr Licht wird gesammelt. Im Falle des 10×50-Fernglases bedeutet das: 50 Millimeter Objektivdurchmesser.

Bei den Frontlinsen (auch Objektivlinsen genannt) gilt also: GrĂ¶ĂŸere Frontlinsen sammeln mehr Licht, damit Sie schwĂ€chere Objekte sehen können. 

TatsÀchlich wÀchst die Lichtsammelkraft quadratisch mit dem Durchmesser. Es ist nicht der Objektivdurchmesser, der die Lichtsammelkraft direkt bestimmt, sondern genauer gesagt die FlÀche! Ein Fernglas mit doppeltem Objektivdurchmesser hat daher die vierfache Lichtsammelkraft.

TagsĂŒber wĂ€re die GrĂ¶ĂŸe der Frontlinsen nicht so entscheidend, Astronomie findet jedoch ĂŒberwiegend bei Dunkelheit statt.  Der Frontlinsendurchmesser sollte bei FernglĂ€sern fĂŒr den Nachthimmel bei mindestens 50 mm liegen, im Optimalfall bei  70 mm und mehr.

Oft hört man vom sogenannten „Gesichtsfeld“, wenn es um die Vorteile eines Fernglases gegenĂŒber einem Teleskop geht. Diese Information wird auch hĂ€ufig nur beilĂ€ufig erwĂ€hnt, so als wĂ€re sie kein Kriterium fĂŒr den Kauf eines Fernglases. TatsĂ€chlich ist das Gegenteil der Fall:

Das Gesichtsfeld ist nÀmlich der Himmelsausschnitt, den Sie sehen können, wenn Sie durch das Astronomie-Fernglas schauen.

Je höher die VergrĂ¶ĂŸerung des Fernglases, desto kleiner fĂ€llt das Gesichtsfeld aus! An dieser Stelle wird es wirklich interessant fĂŒr Ihren Kauf eines astronomischen Fernglases: Dieser Punkt entscheidet mit darĂŒber, was Sie eigentlich beobachten wollen bzw. „gut“ beobachten werden. In manchen FĂ€llen brauchen Sie ja ein hinreichend großes Gesichtsfeld, zum Beispiel, wenn Sie ausgedehnte, schwache Galaxien oder Nebelflecken beobachten wollen.

Ganz nebenbei sei noch erwĂ€hnt, dass dieser Punkt, das große Gesichtsfeld, ein echter Vorteil des Astro-Fernglases gegenĂŒber einem Teleskop ist. 

Die Austrittspupille wird als Faktor hĂ€ufig vernachlĂ€ssigt. Sie stellt sozusagen am Okular des Fernglases die Öffnung dar. Die GrĂ¶ĂŸe der Austrittspupille bestimmt, wie hell wir als Beobachter das Fernglas-Bild empfinden.

Rein rechnerisch erhalten Sie die Austrittspupille, indem Sie den Objektivdurchmesser durch die VergrĂ¶ĂŸerung teilen. Das von mir oben empfohlene Fernglas Omegon Fernglas Porrostar 10x50W hat also eine Austrittspupille von 5,0 mm (50 mm/10). 
Das bedeutet auch: Verwenden Sie kein 10×50, sondern ein 15×50 Fernglas, haben Sie nur eine Austrittspupille von 3,3 mm bei ansonsten gleichem Objektivdurchmesser. Dies Ă€ußert sich tendenziell in einem dunkleren Bild.

Man muss bei der Austrittspupille ein wenig genauer hinschauen: Es kommt hier auf das Alter des Beobachters an. Sind Sie noch jung, kann sich Ihre Pupille noch bis etwa 7,5 mm weiten. Als Àlterer Beobachter fahren Sie mit Austrittspupillen von 3-5 mm ganz solide und benötigen keine Austrittspupille von 7 mm.

Meine Empfehlung als grober Richtwert: Nehmen Sie fĂŒr die Himmelsbeobachtung ein Fernglas, das mindestens 4 mm Austrittspupille aufweist.

Zwar hĂ€ngt der ideale Wert fĂŒr die Austrittspupille stark davon ab, wo Sie beobachten (Stadt mit Lichtverschmutzung oder Land) und was Sie beobachten (fĂŒr den hellen Mond reichen schon viel weniger als 4 mm völlig aus). Da ich jedoch hier eine allgemeine Empfehlung fĂŒr Einsteiger gebe, sollte man lieber auf der sicheren Seite sein.

Was gibt es bei der SchĂ€rfen-Einstellung zu berĂŒcksichtigen? Ein gutes Astronomie-Fernglas verfĂŒgt im Idealfall auch ĂŒber Einzelokular-Fokussierung. Warum ist das von Vorteil? Wenn Sie sich Ihre persönliche SehschĂ€rfe mit dem Fernglas eingestellt haben, ist keine SehschĂ€rfen-Korrektur mehr nötig!

Ein Stativanschluss sollte im besten Fall vorhanden sein (NĂ€heres weiter unten).

Wenn Sie ein gutes Astronomie-Fernglas kaufen, ist es außerdem bestenfalls druckwasserdicht. Das bedeutet im Klartext, dass Eindringen von Luftfeuchtigkeit verhindert wird. Dieses Problem wĂŒrde ansonsten nĂ€mlich immer dann auftreten, wenn TemperaturstĂŒrze einsetzen. Ein plötzliches Absinken der Temperatur fĂŒhrt dazu, dass das Fernglas im Inneren beschlĂ€gt. Dies vermeiden Sie, wenn Sie auf das Kriterium druckwasserdicht achten.

Dieser Punkt ist fĂŒr BrillentrĂ€ger wichtig. Als BrillentrĂ€ger sollte man darauf achten, dass dieser Abstand nicht kleiner ist als 15 mm.

Weitere positive Merkmale bei einem guten Astronomie-Fernglas:

Wenn Sie die Wahl hĂ€tten, unabhĂ€ngig vom Budget, dann wollen Sie auf jeden Fall eine hohe optische QualitĂ€t! Sterne oder lichtschwache Objekte am Nachthimmel sind viel anspruchsvoller als irgendein Objekt bei Tageslicht. Das bedeutet im Klartext: Die Fehler bei mittelmĂ€ĂŸiger Optik sind viel erkennbarer nachts als wenn Sie tagsĂŒber ein Objekt auf einem HĂŒgel damit beobachten.

Man kann sich also vorstellen, dass der Preis ein recht genauer Indikator fĂŒr die QualitĂ€t einer guten Optik bei Astronomie-FernglĂ€sern ist. Die beste Optik ist im Allgemeinen also nicht ganz billig.

Achten Sie auf die Kennzeichnung spezieller Linsenmaterialien, durch die Buchstaben FL, ED, oder HD erkennbar. Auch die Linsenkonstruktion kann besonders gut sein: Dann finden Sie „APO“ oder „Field Flattener“ in der Kennzeichnung.

Was sind negative Merkmale bei einem Fernglas fĂŒr die Astronomie?

Vielleicht haben Sie ja schon einmal durch ein Fernglas geblickt und sich ĂŒber gewisse eingeblendete Informationen gewundert, die im Blickfeld erscheinen?
Das kann zum Beispiel ein Kompass sein, aber auch Dinge wie ein integrierter Entfernungsmesser oder aber eine Strichplatte. All diese Einblendungen im Sichtfeld fĂŒhren zu einer schlechteren Sicht. Lassen Sie von solchen FernglĂ€sern also lieber die Finger!

Astronomie-Fernglas mit Bildstabilisator?

FernglÀser mit Bildstabilisator sind erst in den letzten Jahren auf den Markt gekommen. Was genau bewirken sie, wie funktionieren sie?

Durch elektronische Sensoren gleichen Bildstabilisatoren kleinste Zitterbewegungen aus. Selbst bei einem Fernglas mit 15-facher VergrĂ¶ĂŸerung ist das kein Problem – das Glas kann absolut ruhig gehalten werden! Man drĂŒckt einfach auf einen Knopf, meist oben auf dem GerĂ€t, und die Ansicht bleibt wie durch ein Wunder absolut stabil.

  • Der Vorteil ist, dass das Bild absolut scharf erscheint, einfach weil ĂŒberhaupt kein Bildzittern beteiligt ist. Eine ganz tolle Sache also fĂŒr Menschen, die eine relativ unruhige Hand haben.
  • Welche Nachteile hat ein Astronomie-Fernglas mit Bildstabilisator? Die FernglĂ€ser mit Bildstabilisator sind allesamt relativ teuer, verglichen mit herkömmlichen Modellen. DarĂŒber hinaus sind sie etwas sperriger. Außerdem benötigen sie Batterien.

Tipps, um Astronomie-FernglÀser ruhig zu halten

astronomisches Porroprismen Fernglas
Porroprismen Fernglas 10x50 mm

Tipp 1: Im Stehen gegen ein Objekt anlehnen

Wollen Sie lieber im Stehen mit dem Fernglas beobachten? Ich habe gute Erfahrungen gemacht, wenn ich mich gegen eine HĂ€userwand, Mauer, gegen einen Baum oder gegen ein Auto gelehnt habe. Auf diese Weise werden Sie ebenfalls ein relativ stabiles, wackelfreies Bild bekommen.

Ideal ist es allerdings nicht – da bietet sich der nĂ€chste Tipp eher an.

Tipp 2: Sitzen stabilisiert das Beobachten

Eine Möglichkeit besteht darin, dass Sie ein stabileres, ruhigeres Sehen erzeugen, wenn Sie sich hinsetzen. DafĂŒr empfehle ich Ihnen einen der AstrostĂŒhle, die ich in meinem Beitrag ĂŒber Astrostuhl Tipps vorgestellt hatte. Vor allem, wenn es ein Stuhl mit RĂŒckenlehne ist, geraten Sie weniger ins Wackeln.

Falls Sie einen Stuhl ohne RĂŒckenlehne verwenden, seien Sie beim Beobachten ĂŒber Kopf vorsichtig – so mancher Astronomie-Fan ist schon dabei umgekippt.

Eine andere Möglichkeit ist das Liegen auf dem Boden, wenn man ĂŒber Kopf beobachten will.

Tipp 3: Freihand-Beobachtung oder Stativ?

ZunĂ€chst einmal mĂŒssen Sie fĂŒr sich selber klĂ€ren, ob Sie Ihr Astro-Fernglas eher freihĂ€ndig und locker nutzen möchten. Das könnte zum Beispiel interessant fĂŒr Sie werden, wenn Sie es auf abendliche AusflĂŒge, bei SpaziergĂ€ngen und dergleichen mitfĂŒhren wollen.

Andererseits kann auch der Wunsch entstehen, ein relativ schweres, unhandlicheres GerÀt auf der heimischen Terrasse, dem Balkon oder dem Garten auf einem passenden Stativ mit Montierung zu befestigen.

Gerade als Einsteiger werden Sie durch die höheren VergrĂ¶ĂŸerungen der GerĂ€te eher getĂ€uscht, weil Sie annehmen, dadurch auch mehr zu sehen. Aber: das Zittern Ihrer Muskeln wird bei einem GerĂ€t mit 15-facher VergrĂ¶ĂŸerung spĂŒrbar. Das Zittern und die Armbewegungen werden so mit vergrĂ¶ĂŸert. Die Sterne springen und tanzen in Ihrem Fernglas-Bild, sodass ein „mehr Erkennen“ eher zweitrangig wird.

Ist Ihr Fernglas fĂŒr den Nachthimmel also mit 15-facher VergrĂ¶ĂŸerung ausgestattet, werden Sie Probleme haben, ruhige Bilder zu bekommen, zumindest ohne entsprechende dafĂŒr ausgelegte Montierung und Stativ.

Die meisten Menschen schaffen es, ein Astronomie-Fernglas mit 7-facher VergrĂ¶ĂŸerung bequem einigermaßen stabil und ruhig zu halten. Den meisten gelingt es fĂŒr eine Weile auch mit einem Feldstecher mit 12-facher VergrĂ¶ĂŸerung.

Hier muss man fairerweise anfĂŒhren, dass es auch von der körperlichen Verfassung des Beobachters abhĂ€ngt, ob und was er noch mit 15-facher VergrĂ¶ĂŸerung erkennt und was nicht. Es gibt Menschen, die bei 10-facher oder 8-facher VergrĂ¶ĂŸerung lieber schon zum Stativ greifen sollten.

Sie werden bei der Himmelsbeobachtung mit Fernglas zudem feststellen, dass Sie hĂ€ufig ĂŒber Kopf beobachten. Ich rate Ihnen daher zu einem Astronomie-Fernglas mit Stativ-Befestigung. Ein Stativanschluss sollte im besten Fall also vorhanden sein. Es gibt aber natĂŒrlich auch Umgehungsmöglichkeiten dafĂŒr.

Gerade bei Öffnungen von 70 mm und mehr werden FernglĂ€ser irgendwann auch unhandlich. Je grĂ¶ĂŸer das Fernglas, desto sinnvoller ist ein Stativ also – vorzugsweise mit spezieller Fernglashalterung, die nach oben ausgerichtet werden kann.

Ein weiterer Punkt bei solchen VergrĂ¶ĂŸerungen ist das Gewicht vom Astro-Fernglas. Selbst wenn man diese GroßfernglĂ€ser eine Weile stabil halten kann ohne Wackeln, irgendwann werden doch die Arme schwer. Zumindest gilt das fĂŒr FernglĂ€ser, die ein paar Kilogramm auf die Waage bringen. Das oben erwĂ€hnte Einsteiger-Fernglas ist da eine Ausnahme.

FĂŒr den Fall eines schweren Astronomie-Fernglases ist also eine Montierung, am besten sogar eine Parallelogramm-Montierung wie die unter Tipp 4 genannte, sinnvoll.

Dreibein Statv

Fazit:
Ein gutes Stativ zu nutzen, ist ungefĂ€hr bei FernglĂ€sern ab 10-facher VergrĂ¶ĂŸerung schon sinnvoll. Wer also die Option dazu hat, sollte sie wahrnehmen.

Tipp 4: Investieren Sie in eine gute Fernglas-Montierung

Wollen Sie ein wirklich stabiles und ruhiges Beobachten des Nachthimmels?

In dem Fall bietet sich die beste Lösung an: Investieren Sie in eine gute Fernglas-Montierung, wie etwa die TS-Optics Gabelmontierung fĂŒr GroßfernglĂ€ser, die es bei Amazon gibt. So ausgerĂŒstet werden Sie Ihr astronomisches Objekt wackelfrei einfangen!

Die Oberklasse bildet die kostspielige Möglichkeit einer Parallelogramm Montierung fĂŒr astronomische FernglĂ€ser. Die Orion Monster Parallelogramm Fernglasmontierung, die Amazon verkauft, ist solch ein erstaunliches Technik-Wunder: Mit ihr können Sie die Optik in der Höhe verstellen, ohne dass das Objekt aus dem Blickfeld verschwindet (toll, wenn man etwa in einer Gruppe unterwegs ist).

Das lohnt sich aber eher fĂŒr Astro-FernglĂ€ser, die in die Kategorie Großfernglas fallen.

In diesem Falle wĂŒrde ich Ihnen zum Beispiel folgende GroßfernglĂ€ser, je nach Budget, ans Herz legen:

Welche Objekte kann ich mit einem Astronomie-Fernglas sehen?

Nachthimmel

Wenn Sie mit einem Fernglas statt mit bloßem Auge den Himmel betrachten, werden Sie bald einen Unterschied feststellen: Sie sehen viel mehr Sterne!

Die Sterne werden nicht grĂ¶ĂŸer erscheinen aufgrund ihrer extremen Distanz. Jedoch ist die Anzahl der schwach leuchtenden Sterne, die nun sichtbar werden, viel höher. Das gilt vor allem dann, wenn Sie etwa die Milchstraße beobachten, also dichter besiedelte Teile des Nachthimmels.

In einer dunklen, klaren Nacht auf dem Land können Sie mit Ihren bloßen Augen rund 3.000 Sterne beobachten. Wenn Sie allerdings auch nur ein mittelmĂ€ĂŸiges Fernglas fĂŒr die Astronomie zur Hilfe nehmen, steigt diese Anzahl der Sterne auf rund 100.000 an!

Gleiches gilt auch fĂŒr die Lichtverschmutzung in StĂ€dten:

Wohnen Sie in einer Großstadt? Dann sehen Sie normalerweise vielleicht nur einige Hundert Sterne. Mit einem Fernglas in der Großstadt steigt diese Zahl so stark an, dass Sie damit mehr Sterne sehen können, als wenn Sie auf dem Gipfel eines Berges mit bloßen Augen beobachten wĂŒrden.

Aber ein gutes Astronomie-Fernglas kann Ihnen so viel mehr zeigen als nur einzelne Sterne:

Sie können damit Dutzende Doppelsterne entdecken, alle möglichen Sternhaufen verschiedener GrĂ¶ĂŸen und Arten, Nebel, Galaxien, Details unseres Mondes und noch viel mehr.

All diese Dinge warten darauf, von Ihnen entdeckt zu werden! Vorzugsweise benutzen Sie dafĂŒr eine hinreichend gute, drehbare Sternkarte wie die Drehbare Himmelskarte von Amazon.

Falls Sie es nicht schon haben, empfehle ich dazu das Buch: Kosmos Himmelsjahr 2018 – Sonne, Mond und Sterne im Jahreslauf (Aktueller Preis bei Amazon). Sie erfahren darin detaillierte Kalenderdaten aus dem jeweiligen Jahr, Daten zu Sonne, Mond, Planetenlauf, Sternen und Sternbildern. Es ist sozusagen ein himmlischer Veranstaltungskalender.

Man muss allerdings verstehen, dass die allermeisten Objekte in einem Fernglas eher schwach erscheinen werden. Jedoch sollten Sie bedenken, dass auch in einem Teleskop dieselben Objekte sehr viel schwÀcher erscheinen werden, als Sie es sich vermutlich als Einsteiger vorstellen können.
Ich möchte Ihnen mit diesem Punkt nur verdeutlichen, dass Sie keine Details auf Planeten erkennen werden! Diese wĂŒrden viel zu klein abgebildet, als dass man sie erkennen könnte.

Die FÀhigkeiten, die Sie beim Umgang mit einem guten astronomischen Fernglas gewinnen, sind die gleichen, die Sie spÀter benötigen, um ein Teleskop angemessen zu bedienen.

Es gibt GrĂŒnde, warum es eine gewisse Zeit braucht, bis man „gut“ beobachten kann: Im Winter sind ganz andere Sternbilder erkennbar als zum Beispiel im Sommer. Der Himmel verĂ€ndert sich also stĂ€ndig. Umso wichtiger ist eine gute Orientierung am Nachthimmel, egal mit welchem astronomischen GerĂ€t Sie beobachten wollen.

Fazit

Ein solider Einstieg in die Welt der astronomischen Beobachtung gelingt am besten mit einem 10×50 Fernglas, der oben erwĂ€hnten drehbaren Himmelskarte von Amazon und einer guten Portion Spaß beim Lernen.

Verwenden Sie dazu entweder das zu Beginn des Beitrags empfohlene Omegon Porrostar 10x50W oder das Olympus 118760 10 x 50 DPS-I Fernglas, das wir an anderer Stelle bereits vorgestellt haben. Beide FernglÀser werden Ihnen einen guten Start in das tolle Hobby ermöglichen.

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